Microsoft propagiert das neue Arbeiten
Die Arbeit muss neu erfunden werden, so lautet Microsofts aktueller Schlachtruf. Als Inspirationsquelle hat die Firma ein altes analoges Medium fĂĽr sich entdeckt: ein Buch.
(Bild: Microsoft)
Ein Jahr nach der Vorstellung des Manifests für ein neues Arbeiten haben Microsoft-Mitarbeiter in Berlin das Buch "Out of Office" präsentiert. Damit soll die Büroarbeit der Zukunft neu definiert und das Memorandum für ein digitales Wirtschaftswunder ergänzt werden. Elke Frank, Personalchefin von Microsoft Deutschland und Thorsten Hübschen, zuständig für das Office-Geschäft, wollen den Wissensarbeiter der Zukunft von Büro-Strukturen befreien, die noch aus der Zeit der Industrialisierung stammen.
Wie vor einem Jahr bekommt Microsoft kurz vor der Re:Publica Visionen. Die Buchvorstellung wird durch Microsoft-Veranstaltungen auf der größten deutschen Blogger-Tagung ergänzt. Out of Office leben Wissensarbeiter dank Microsoft Office, Azure, Yammer und Skype mit ihren Smartphones und Tablets in der Cloud und vermehren dort das Wissen in ihrem Unternehmen.
Schieflage moderner Wissensarbeit
Leider scheitere die vollständige Integration von Menschen, Software und Hardware immer noch am "deutschen Silo-Grenzen" und an der unzureichenden Vermittlung von Metakompetenzen oder sozialen Digitalkompetenzen. Darunter verstehen Frank und Hübschen die Fähigkeit, im Team an einem Projekt zu arbeiten und zweckgebunden zu kommunizieren und dies bei frei gewähltem "Vertrauensarbeitsort". Wenn dabei Mitarbeiter allerdings 61 Prozent ihrer Zeit mit der Beantwortung von E-Mails verbringen, anstelle Wissen zu erzeugen, zeige dies die Schieflage moderner Wissensarbeit, die durch veraltetes Büro-Denken behindert werde.
"Out of Office" endet mit dem Vorschlag, ein "Bündnis für digitale Arbeit in Deutschland" zu schließen. Die wichtigste Forderung dieses Bündnisses ist technischer Natur, nämlich der schnellstmögliche Ausbau der Breitbandkommunikation. Ohne diese Grundlage ist der Wissensarbeiter nicht nur "Out of Office", sondern "Out of the Loop".
Das Buch ist einfach geschrieben und kann schnell gelesen werden, die Werbung fĂĽr Microsoft-Produkte ist zurĂĽckhaltend. Wenn es allerdings heiĂźt, dass Microsofts Skype im 21. Jahrhundert mehr fĂĽr den Zusammenhalt von Familien getan habe als manche soziale oder kirchliche Institution, fragt sich die Leserin und der Leser, ob die Autoren zu lange im Office gesessen haben. (anw)