"Gewinnbeteiligung" für Anrufe im Viag-Mobilnetz

Nutzer eines Prepaid-Tarifs des Mobilfunkanbieters Viag Interkom erhalten künftig Geld, wenn sie jemand anruft.

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Nutzer des Prepaid-Tarifs Loop vom Viag Interkom erhalten künftig Geld, wenn sie einen Anruf aus dem deutschen Festnetz oder von einem anderen Mobiltelefon entgegen nehmen. Drei Pfennig pro angefangener Minute schreibt Viag dem Kunden auf ein spezielles Konto gut – wenn auf diesem Konto zwei Mark zusammen gekommen sind, wandert dieser Betrag automatisch auf das Loop-Konto des Kunden.

Der Viag-Kunde muss sich dabei im Viag-Netz aufhalten; wenn er in das Netz des Roaming-Partners D1 eingebucht ist, gilt die Regelung nicht. Viag ist damit zwar der erste deutsche Anbieter mit einer Art "Gewinnbeteiligung", folgt mit diesem Werbegag jedoch ausländischen Mobilfunkern: Die Telecom Italia hat ein solches Verfahren schon vor etwa zwei Jahren eingeführt.

Viag gibt dem Kunden damit allerdings nur einen kleinen Teil des Geldes weiter, das die Firma für den Anruf erhält. Bei Anrufen aus einem Fremdnetz bekommen die Netzbetreiber von der Gesellschaft, über die der Anrufer telefoniert, eine sogenannte Terminierungsgebühr. Die Höhe der Gebühren machen die einzelnen Anbieter untereinander aus – das führt dazu, dass sich auch die Endkundenpreise für Anrufe in die Mobilfunknetze von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. So berechnet etwa die Deutsche Telekom für Anrufe in die E-Netze höhere Minutenpreise als für Anrufe in die D-Netze.

Die Höhe der Terminierungsgebühren geben die Anbieter nicht bekannt, als groben Anhaltspunkt kann man davon ausgehen, dass zwischen 20 und 30 Pfennig pro Minute in der Kasse des Netzbetreibers des Anrufers bleiben. Den Rest kassieren die Betreiber der Mobilfunknetze. (ll)