Apples Musik-Streaming setzt auf soziale Medien
Apple plant Medienberichten zufolge eine "tiefe Integration sozialer Medien" fĂĽr seinen kommenden Spotify-Konkurrenten. Auch der Name des Dienstes scheint nun festzustehen. Unterdessen gibt es Streit um Gratis-Musik.
So sah Ping in iTunes einst aus.
(Bild: Apple)
Apples neuer Streaming-Dienst wird offenbar schlicht "Apple Music" heiĂźen. Das berichtet 9to5Mac unter Berufung auf Quellen aus der Musikindustrie. Demnach plant der iPhone-Hersteller auĂźerdem einen Einbau von Social-Media-Funktionen, wie man sie zuletzt nur vom 2012 eingestellten iTunes-Service Ping kannte.
Künstler erhalten offenbar eigene Profilseiten, über die sie dann Musikausschnitte, Fotos, Videos und Konzerthinweise publizieren können. Auch ein Verlinken anderer Musiker sei möglich. Postings könnten von Nutzern kommentiert und "geliked" werden. In der letzten Beta von iOS 8.4 befindet sich bereits ein Hinweis auf den Dienst: Dort kann man "Künstleraktivitäten" (Artist Activity) auf Wunsch für seinen Nachwuchs beschränken.
Neue Hoffnung fĂĽr die Branche
Die Musikindustrie erhofft sich von dem neuen Apple-Dienst, der wahrscheinlich im Juni vorgestellt wird, Wachstum, nachdem der iPhone-Konzern bisher vor allem auf das Geschäft mit Downloads setzte – das jedoch in letzter Zeit schrumpft.
In der Branche tobt allerdings ein Richtungsstreit, den die Kunden direkt zu spüren bekommen könnten. Es geht vor allem darum, wie umfangreich das kostenlose Angebot sein darf. Der Chef des weltgrößten Musikkonzern Universal Music, Lucien Grainge, macht Druck, stärker auf kostenpflichtige monatliche Abos zu setzen. Andere mahnen zur Vorsicht und sehen das heutige "Freemium"-Modell mit einer Mischung aus Gratis-Angebot und bezahltem Premium-Service als Lösung im Kampf gegen Internet-Piraterie.
"Apple Music" auch teilweise gratis
Eine warnende Stimme kommt direkt aus der Chefetage eines der drei ĂĽbriggebliebenen groĂźen Musik-Konzerne. "Ich denke, bevor Leute beschlieĂźen, dass Freemium auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollte, mĂĽssen wir sehr grĂĽndlich ĂĽber die Konsequenzen nachdenken", sagte Warner-Music-Chef Stephen Cooper zur Vorlage aktueller Quartalszahlen. Wenn man versuchen wĂĽrde, die Menschen durch das Austrocknen des Gratis-Angebots in Abo-Modelle zu zwingen, wĂĽrde das nur zur Folge haben, dass sie wieder mehr raubkopierte Musik aus dem Internet saugen werden, argumentierte er.
Zuletzt gab es Berichte, wonach Apple zumindest einen Teil seines neuen Streaming-Dienstes a la Spotify kostenlos anbieten werde. (mit Material von dpa) / (bsc)