Luxus Nutzwert
Hört man „Fünfhunderter Mercedes“ und sieht eine S-Klasse oder ein Coupé vor seinem geistigen Auge, hat man damit nicht die ganze Wahrheit erfasst: Heute gibt es eine ungleich höhere Auswahl an 500ern. Wir haben mit E 500 4Matic T-Modell und GL 500 4Matic zwei feiste Allradkombis unter die Lupe genommen
- Patrick Broich
19. Mai 2015 – Hört man „Fünfhunderter Mercedes“ und sieht eine S-Klasse oder ein teures Coupé vor seinem geistigen Auge, hat man damit nicht die ganze Wahrheit erfasst: Heute gibt es eine ungleich höhere Auswahl an 500ern. Wir haben mit E 500 4Matic T-Modell und GL 500 4Matic zwei feiste Allradkombis unter die Lupe genommen. Die Emotionen bleiben trotz hohem hohem Nutzwert auch bei ihnen keineswegs auf der Strecke.
Die Mercedes-Modellbezeichnung „500“ geht auf das Jahr 1980 zurück, als die zweite offizielle Mercedes S-Klasse Baureihe W 126 eingeführt wurde, und hat sich in den Köpfen der Autofans festgebrannt als der „dicke“ Mercedes schlechthin. Zwar gab es seit den Sechzigern deutlich hubraumstärkere Benz-Modelle von bis zu 6,8 Litern, allerdings wurden diese immer durch eine Zusatzbezeichnung kenntlich gemacht wie „300 SEL 6,3“ oder 450 SLC 5,0“ – die Fünfhundert war 1980 die numerisch größte Bezeichnung und wird seit rund 35 Jahren durchgängig geführt. Das Badge mit der großen Anziehungskraft war bis 1991 S-Klasse sowie SL vorbehalten – erst danach haben die Verantwortlichen das alte Segment-Gefüge aufgebrochen und mit dem 500 E auch eine entsprechende obere Mittelklasse eingeführt. Als sich die Geländewagen immer mehr von der reinen Nutzwert-Auslegung entfernten und zu lifestyleorientierten Luxusgefährten wurden, bekam auch die legendäre G-Klasse einen „Fünfhunderter“.
Luxus Nutzwert (19 Bilder)

(Bild: Daimler (alle))
Die Inflation der 500
Heute gibt es viele Möglichkeiten, Mercedes 500 zu fahren. Neben den Klassikern S, SL und G gibt es die obere Mittelklasse samt ihren Derivaten Cabrio, Coupé und T-Modell. Und auch die modernen Geländewagen GL und GLE fahren in den Topversionen natürlich mit der „500“ auf dem Heckdeckel vor.
Wir haben für einen Konzeptvergleich die beiden nützlichsten Vertreter der emotionalen 500er-Fraktion herausgepickt. Auf den ersten Blick gilt: Wenn das 76.517 Euro teure E 500 T-Modell 4Matic auf den 96.598 Euro kostenden GL 500 4Matic trifft, überwiegen die Unterschiede. Schon in puncto Größe stellt der wuchtige, 5012 mm lange Geländewagen den 4905 mm messenden Kombi in den Schatten. Noch drastischer ist es, wenn man die Breiten (1934 zu 1854 mm) und Höhen (1850 zu 1474 mm) der beiden Kandidaten abgleicht. Doch unter ihren Motorhauben schlägt immerhin das gleiche Herz – mit 4,7 Litern Hubraum und 408 respektive 435 PS. Auch das Grundprinzip der Kraftübertragung ist gleich: Beide Stuttgarter übertragen ihre Kraft über eine Siebengang-Wandlerautomatik und ein Verteilergetriebe permanent an sämtliche Räder.