Weltgrößte Plattenfirmen wegen Preisabsprache vor US-Gericht
Gegen den Vorwurf der Preisabsprache müssen sich die fünf weltgrößten Platten-Labels, darunter Sony Music Entertainment und EMI, jetzt vor einem New Yorker Bezirksgericht verantworten.
Die Musik-Konzerne, die in letzter Zeit gegen MP3-Tauschbörsen vor Gericht zogen, da sie durch deren Urheberrechtsverletungen Millionen verlören, werden jetzt in den USA wegen überhöhter CD-Preise vor den Kadi gezerrt. Die fünf Marktführer der Plattenbranche müssen sich vor einem New Yorker Bezirksbericht gegen den Vorwurf der Preisabsprache verantworten. Angeführt von New York und Florida haben 28 US-Bundestaaten eine Sammelklage gegen die Musikgiganten Sony Music Entertainment, Seagrams Universal Music Group, Bertelsmanns BMG, EMI und Time Warner eingereicht, berichtete der Nachrichtensender CNN. Das US-Bezirksgericht muss nun entscheiden, ob die Platten-Labels den Kunden CDs zu überhöhten Preisen angeboten haben.
Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) schätzt, dass die Käufer auf Grund von illegalen Absprachen in den letzten Jahren 480 Millionen Mark zuviel für CDs und andere Musikmedien auf den Ladentisch gelegt haben. Vorgeworfen wird der Musikindustrie vor allem ihr Konzept des "Minimum Advertised Price" (MAP). Danach unterstützten die Labels die Werbekosten jener Plattenläden, die einen festgelegten Preis für die Mediaprodukte nicht unterschritten. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, die Preise mit dieser Strategie gezielt in die Höhe getrieben zu haben, um das Wettrennen der Niedrigstpreise zu stoppen. Die Federal Trade Commission hat diese Aktionen bereits im Mai als illegal bezeichnet und ein Abkommen mit den fünf größten Plattenfirmen geschlossen, das diese Praxis beenden soll.
Die aktuelle Klage zielt laut Spiegel nicht allein auf Einstellung der Aktionen: Die Bundesstaaten fordern Schadensersatz. Jede CD habe durch MAP zwei Dollar mehr gekostet, insgesamt lägen die Preise pro CD in den USA zwischen 14 und 17 US-Dollar, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf New Yorks Generalstaatsanwalt, Eliot Spitzer. Nach dem Bericht von CNN verteidigen sich die Musikriesen mit dem Argument, sie hätten keinen Gewinn aus der MAP-Strategie gezogen. (prak)