Smarte Socke wärmt Füße
Der japanische Unterwäschehersteller Gunze treibt dem Winter seinen Schrecken aus.
(Bild: Martin Kölling)
Kalte Füße und frierende Hintern sollen der Vergangenheit angehören, verspricht das Unternehmen Gunze. Noch dieses Jahr will das Traditionshaus elektrisch beheizte Kleidungsstücke entwickeln, berichtet Technology Review.
In einem Kniestrumpf ist dafür kurz über dem Spann eine kleine Heizfläche eingewebt, die durch das Gewebe selbst mit Strom versorgt wird. Mit der gleichen Technik wäre auch eine beheizte Unterhose möglich, versichern die Japaner. Der Clou des Produkts ist allerdings nicht die textile Heizung an sich, sondern ein neuartiger Faden, der eine Vielfalt von intelligenten Stoffen und neuen Anwendungen für Wearable Computing ermöglicht, entwickelt in den Labors der Firm. Die Besonderheit dabei: Anders als bei anderen elektrisch leitfähigen Textilien ist in ihm kein Metall enthalten. Vielmehr besteht der Faden aus einem Polymer, das dennoch Strom durchlässt – dank einer speziellen Garnmischung.
Damit soll der Stoff nicht nur leichter, dehnbarer, atmungsaktiver und damit angenehmer zu tragen sein als bisherige elektrisierte Textilien. Er ist auch waschbar und interaktiv. So kann das neuartige Gewebe nicht nur Wärme abgeben oder Strom leiten, sondern auch selbst Informationen aufnehmen.
Damit können Kleidungshersteller nicht nur Dioden in Textilien unauffällig leuchten lassen. Das Garn kann auch als Sensor dienen, zum Beispiel als Pulsmesser in Sporthemden, was wiederum das Tragen zusätzlicher Geräte am Körper vermeidet. Eine weitere Idee: Die Technik könnte später sogar Textilien in Eingabeflächen verwandeln. Mit einer Piano-Tastatur aus Stoff hat Gunze den Ansatz bereits demonstriert. Wann die Technik auch in Europa in den Handel kommt, ist derzeit noch unklar. (Martin Kölling) / (bsc)