Aufforsten mit Quadrocoptern

Eine junge Firma aus GroĂźbritannien will Drohnen zur Waldpflege einsetzen.

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Mann steuert Drohnen

(Bild: Screenshot Video BioCarbon Engineering)

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Das Start-up BioCarbon Engineering aus Oxford will bis zu einer Milliarde Bäume im Jahr pflanzen – und das nicht per Hand, sondern aus der Luft. Kleine, aus der Ferne gesteuerte Quadrocopter sollen dazu mit Nährgel versehene Keimlinge abwerfen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Zu diesem Zweck hat das Team, zu dem auch ehemalige Nasa-Forscher gehören, eine abwurftaugliche Verpackung entworfen, die sich in den Boden bohrt. Regen zersetzt das biologisch abbaubare Material, und die Samen können dann Wurzeln ausbilden. Das Verfahren sei wesentlich erfolgversprechender als der Abwurf von Trockensamen, der bereits erprobt wurde, heißt es bei BioCarbon Engineering. Die Zahl der Bäume, die wirklich anwachsen, soll bedeutend größer sein.

Berechnungen zufolge gehen weltweit durch Brände und Raubbau an Naturwäldern mindestens zehn Milliarden mehr Bäume verloren als aufgeforstet werden können – und zwar jedes Jahr. Insgesamt werden im Schnitt 26 Milliarden Bäume zerstört – von der Holzwirtschaft, aber auch von Minenbetreibern sowie sich ausdehnenden Städten.

Um für die Aufforstung geeignete Flächen zu finden, hat BioCarbon Engineering verschiedene 3D-Kartografieverfahren entwickelt. Die Firma bietet auch Mapping-Dienstleistungen für landwirtschaftliche Betriebe an. Nach dem Pflanzen werden die Bäume zudem nicht sich selbst überlassen: Kontrolldrohnen sollen später regelmäßig prüfen, ob die Saat aufgegangen ist.

"Die einzige Möglichkeit, mit der wir diese uralten Probleme lösen können, sind Techniken, die bislang nicht verfügbar waren", so Lauren Fletcher, Chef von BioCarbon Engineering, gegenüber britischen Medien. "Mit diesem Ansatz können wir die Dimensionen des Problems angehen."

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