Schafft die Winterzeit ab!

Jeder stöhnt über die Zeitumstellung, aber niemand möchte die schönen langen Sommerabende missen. Dabei wäre die Lösung ganz einfach.

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Immerhin darüber dürfte Konsens herrschen: Die Umstellungen zwischen Sommer- und Winterzeit nerven. Da sich zudem keine Energieeinsparungen nachweisen lassen (wie unter anderem diese US-Studie herausgefunden hat), sollte der Fall doch klar sein: Sparen wir uns das halbjährliche Herumsschubsen von Uhrzeigern. Doch das nicht geringste Gegenargument lautet: Sommerzeit macht Spaß. Längeres Tageslicht bedeutet mehr Lebensqualität – auch im Winter. Warum also schaffen wir nicht einfach die Winterzeit ab?

Zugegeben: Ich selbst gehöre nicht gerade zur Zu-Frühtau-zu-Berge-Fraktion; ich könnte auch im Winter ganz gut mit einem späteren Sonnenaufgang leben. Wer sehr früh zu Arbeit muss, wird es hingegen wohl wenig schätzen, wenn es erst zur zweiten Frühstückspause hell wird; auch Menschen, die bei jedem Wetter gerne vor dem Frühstück einen Halbmarathon absolvieren, dürften zu den Verteidigern der Winterzeit gehören. Doch auch solche Frühaufsteher würden schließlich vom längeren Licht nach Feierabend profitieren.

Durch eine Festschreibung der Sommerzeit über das ganze Jahr würden zwar die Uhrzeit und der Sonnenstand weiter voneinander entkoppelt. Aber wen würde das wirklich schmerzen? Seit Erfindung der künstlichen Beleuchtung haben beide in der Wahrnehmung ohnehin nur noch wenig miteinander zu tun. Ein anderes Gegenargument lautet, wer so versessen sei auf längeres Sonnenlicht nach Feierabend, der möge doch bitte einfach früher aufstehen und früher anfangen zu arbeiten. Das ist aber nicht das Gleiche: Erstens können die Wenigsten ihre Arbeitszeiten völlig frei bestimmen, schließlich muss man ja andere Leute erreichen und selbst erreichbar sein; zweitens sitzt der Mensch als soziales Wesen nicht gerne frühnachmittags alleine im Biergarten.

Also: wir haben noch bis zum 26. Oktober Zeit, uns darĂĽber Gedanken zu machen, wer die Winterzeit (fĂĽr die ganz Korrekten: die Normalzeit) ĂĽberhaupt noch braucht. (wst)