Ende der Eiszeit
Lassen Sie uns doch mal wieder über die globale Erwärmung reden. Hat da jemand gelacht? Ich weiß, angesichts des Dauer-Winters in weiten Teilen Deutschlands kommt das Thema hierzulande nicht gut an.
Lassen Sie uns doch mal wieder über die globale Erwärmung reden. Hat da jemand gelacht? Ich weiß, angesichts des Dauer-Winters in weiten Teilen Deutschlands kommt das Thema hierzulande nicht gut an. Gerade kommt eine Meldung über den Ticker, wonach eine 15 Zentimeter große Eisscholle von der Abdeckplane eines LKWs gerutscht ist und die Windschutzscheibe eines vorbeifahrenden Autos durchschlagen hat. Verletzt wurde niemand. Da nimmt es sich scheinbar absurd aus, dass der Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre gerade jetzt ein Allzeithoch erreicht hat und die globale Erwärmung – Hockeyschläger-Diagramm hin oder her – wahrscheinlich noch schneller voranschreitet, als bisher befürchtet.
Man kann die Wissenschaftler, die heute in Potsdam eine Studie zu den geschätzten Kosten der Eindämmung des Treibhaus-Effektes vorstellen, also fast bedauern. Aber schwieriger als die Vermittlung ihrer Ergebnisse an die Öffentlichkeit dürfte es ohnehin werden, die verantwortlichen Politiker von der Notwendigkeit des Umdenkens zu überzeugen.
Die Kosten, die weltweit aufzubringen sind, um den Kohlendioxid-Gehalt der Erdatmosphäre zu stabilisieren, sind nämlich längst nicht so hoch, wie bisher vermutet. Das Problem ist – auch unter realistischen wirtschaftlichen Vorgaben – durchaus lösbar. Man müsste sich allerdings entscheiden, in einen Umbau der Energieversorgung zu investieren. Diese Investitionen fallen jetzt an, der Nutzen – in diesem Fall geringere Schäden durch die globale Erwärmung – ist wahrscheinlich erst Mitte des Jahrhunderts so richtig sichtbar. Kein Anreiz für Politiker und Vorstandsvorsitzende also.
Bleibt die Hoffnung auf gute Geschäfte: Der Boom der Solarbranche zeigt, dass sich mit alternativen Energien durchaus Geld verdienen lässt. Wenn in den entscheidenden Köpfen ankommt, dass mit Steigerung der Energieeffizienz und CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage) noch mehr zu holen ist, setzt ja vielleicht ein Denkprozess ein. Man soll die Hoffnung auf ein Ende der Eiszeit nicht aufgeben. (wst)