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Die RoboCup WM ist eine Mischung aus Hackerfest und brandaktueller wissenschaftlicher Tagung – und sollte daher frei zugänglich sein.

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Schade eigentlich! 20 Euro Eitritt für die Familie abgedrückt, um sich die Endspiele dann doch nur auf einer Leinwand ansehen zu können, die leider gegen das Umgebungslicht nicht allzu viel ausrichten konnte: Mit der Präsentation der Weltmeisterschaft der Fußball-Roboter hat sich die Bremer Messegesellschaft nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die allgegenwärtigen Security-Boliden, die die Tribüne des Center Court wegen Überfüllung am Wochenende im Wesentlichen in einer Tour absperrten, waren zwar genauso stur wie Roboter, aber nicht im mindesten so unterhaltsam, wie die Blechkollegen auf dem Spielfeld.

Aber, liebe Veranstaltungsmanager, liebe Bildungspolitiker: Warum muss eine solche Veranstaltung eigentlich als kommerzieller Event gegen die Konkurrenz von Kino und Freiluftkonzerten bestehen? Die Weltmeisterschaft der Fußballroboter ist mehr, als nur putzig und skurril. Sie ist auch eine Mischung aus Hackerfest und brandaktueller wissenschaftlicher Tagung, hochgradig kooperativ, Zusammenarbeit und gegenseitiges voneinander Lernen ist ausdrücklich erlaubt und gleichzeitig spannender Wettbewerb – die Roboter müssen hier und jetzt funktionieren und nicht irgendwann beim zweiten oder dritten Versuch im Labor. Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Begeisterung für Technik weckt, und ganz nebenbei ein hochrangiges wissenschaftliches Ereignis. Für die "echte" Fußball-WM haben Bund und Länder Millionen an Sponsoring springen lassen. Warum ist das beim Robocup nicht möglich? Schade, dass man Politiker nicht einfach rebooten kann! (wst)