Die groĂźe Abrechnung

"Deutschland wird Technik-Weltmeister", haben wir der Juni-Ausgabe der TR getitelt. Diesem Optimismus können wir nun dann gerecht werden, wenn wir jetzt noch mal kräftig in die Hände spucken.

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"Deutschland wird Technik-Weltmeister", haben wir - zugegebenermaßen etwas enthusiastisch in der Juni-Ausgabe der TR getitelt. Diesem Optimismus können wir nun dann gerecht werden, wenn wir jetzt noch mal kräftig in die Hände spucken. Denn jetzt liegt eine wissenschaftliche Bilanz der WM auf dem Tisch, die unbestechlich die Rechnung der Party präsentiert.

Und die sieht nicht gut aus: "Täglich 15 Minuten Produktivitätsverlust" lautet laut einer Pressemitteilung der Universität Hohenheim die schockierend Bilanz der WM. Eine ganze Viertelstunde ist ausgefallen, weil "die Mitarbeiter Ergebnisse diskutierten oder die schönsten Momente noch einmal Revue passieren ließen." "Deutschlandweit lässt sich der Produktivitätsverlust auf rund 0,4% des Bruttoinlandsprodukts hochrechnen", so Professor Dr. Markus Voeth vom Lehrstuhl für Marketing der Universität Hohenheim. Und die 4,7 Milliarden Euro gegenüber, mit denen die Fans den Konsum während der Fußball-WM zusätzlich anheizten? Fast die Hälfte ist laut der unbestechlichen Wahrheitssuche der Hohenheimer Forscher sozusagen den Bach heruntergegangen – also auf die Getränke-Industrie und Gastronomie entfallen, die mit 2,1 Milliarden Umsatzplus noch vor den Fanartikeln lagen.

Woher wissen die das? Insgesamt wurden 904 Einwohner der 50 größten Städte Deutschlands inklusive aller WM-Städte per Telefoninterview befragt. Wie viel Zeit bei der Beantwortung dieser Fragen drauf gegangen ist, kann man der Studie leider nicht entnehmen. Und jetzt muss ich leider Schluss machen. Das Telefon klingelt. (wst)