Die Sache mit dem Backup

Wir hängen heute mehr und mehr von dem ab, was auf unseren Computerfestplatten liegt. Bei der Datensicherung verbleiben die meisten Nutzer dennoch in der Steinzeit.

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Was auf unseren Rechnern lagert, war eigentlich schon immer wichtig, doch der Wert steigt. War es vor 10, 12 Jahren vielleicht nur die Diplom- oder Hausarbeit, die man in seine Textverarbeitung getippt hatte, sammelt sich heute das halbe Leben auf unseren PCs - inklusive UnterhaltungsgĂĽtern in finanziell interessanten Dimensionen.

Im Gegensatz zu früher investiert der heutige User kräftig in digitale Daten, die ohne physischen Datenträger direkt aus dem Internet auf unseren Festplatten landen: Bei Online-Film- und Musik-Läden kann man sein Entertainment-Bedürfnis gegen Bares immer besser stillen. So kommen dann mitunter Tausende Euro zusammen, die man in solches Material über die Jahre investiert.

Doch während Medienkonzerne durch die Internet-Anlieferung viel Geld in der Produktion und beim Vertrieb sparen können, verbleibt das Risiko des Datenerhalts beim Kunden. Diverse Web-Anbieter bieten das erneute Herunterladen verlorener Kaufinhalte nur nach Bettelmails an den Support an, der Nutzer muss sich selbst um die Sicherung kümmern.

Und genau hier leben viele - wenn nicht sogar die meisten - Nutzer noch in der Steinzeit: Wenn's hochkommt, sichert man seine Bestände vielleicht alle paar Monate einmal. Und selbst wer regelmäßig sichert, wird von der Komplexität erschlagen: Es reicht schließlich nicht, nur eine Backup-Generation anzulegen, weil man ja möglicherweise dort bereits Sachen gelöscht hat, die in einer älteren Sicherung noch vorhanden wären.

Wer auf optische Datenträger zum Backup setzt, muss darüber hinaus davon ausgehen, dass selbige gerne einmal den Geist aufgeben - schließlich verkratzen DVD-R(W)s gern. Bleibt also nichts anderes übrig, als mindestens zwei verschiedene externe Festplattensätze zu erwerben, wenn man es mit der Sicherung der Hauptfestplatte ernst meint. Die Alternative sind höchstens Online-Backups - doch die sind dank oft niedriger Upload-Raten hiesiger DSL-Anschlüsse eher unbequem und bieten zu selten genügend Speicherplatz. Und auch da weiß man dann sowieso nur selten, wie gut es deren Betreiber mit der eigenen Sicherung seiner Kundendaten nimmt.

Am allerschlimmsten ist allerdings, dass Otto-Normal-Nutzer sich häufig überhaupt keine Gedanken über eine Backup-Strategie machen. Da wird hier mal etwas auf DVD abgelegt und dort mal etwas auf eine externe Festplatte. Aber selbst Profis erweisen sich häufig als Sicherungsmuffel - erstaunlicherweise.

Die Antwort liegt also wohl darin, dass uns unsere Computer die Sicherungskopien bald selbst abnehmen müssen. Erste Ansätze gibt es bereits - online und auf externen Festplatten. So hat Apple für seine nächste Betriebssystemversion von Mac OS X versprochen, ein eigenes Backup-Tool ("Time Machine") mitzuliefern, dass Sicherungen im Hintergrund vornimmt und sogar ein Versioning (sprich: mehrere Versionen einer Datei) kennt. Vielleicht heißt es ja dann irgendwann: Alle Daten und digitalen Besitztümer (wirklich) gesichert. (wst)