Wie indentifiziert man Terroristen?
Gelegentlich findet man in der Schlammlawine des Informationsüberflusses auch kleine Gold-Bröckchen: Wege zu Wissen und Wahrheit.
Gelegentlich findet man in der Schlammlawine des Informationsüberflusses auch kleine Gold-Bröckchen. So ging es mir Freitag: Nachdem die Produktion für das Juni-Heft nun aber mehr oder weniger glücklich überstanden ist, bin ich mal wieder dazu gekommen, meinen E-Mail-Eingang zu durchkämmen. Dort lag der Crypto-Gram-Newsletter von Bruce Schneier vom 15. Mai.
In dem wie üblich recht amüsanten Rundbrief verweist Schneier auf eine hochaktuelles Aufklärungsvideo, in dem ein freundlicher junger Mann dem besorgten Bürger erklärt, woran denn nun eigentlich so ein Terrorist zu erkennen ist. Demnach kann man einen echten Terroristen an folgenden verdächtigen Aktivitäten erkennen: Überwachung potenzieller Ziele, verdächtiges Herumlungern, Aushorchen von Angestellten, Nachbarn etc., Überprüfung von Sicherheitsmaßnahmen, Beschaffung von Ausrüstung, Deponieren von Ausrüstung und Durchführung von Testläufen. In jedem dieser Fälle rät der Fachmann, die zuständigen Behörden zu informieren.
Vielleicht ist die internationale Zusammenführung von Ermittlungsbeamten, Personenschützern und Polizisten, die ab der kommenden Woche parallel zum G8-Treffen in Heiligendamm stattfinden wird, geeignet, die US-Behörden in dieser Frage noch ein wenig nachzuschulen. Denn, so weiß zumindest die Generalbundesanwältin: der Terrorist will nicht nur dem Staat an seine Grundfesten, er kommuniziert zu diesem Zweck auch klandestin: "Wir können aber andererseits nicht mit den Mitteln der Steinzeit, mit Keilschrift und reitendem Boten, Ermittlungen in einem Zeitalter führen, in dem es selbstverständlich ist, dass überall Computer stehen." Und wir wissen noch mehr: Beispielsweise dass potenzielle Terroristen nach verdächtigen Begriffen im Internet suchen und merkwürdig riechen. Wahrscheinlich neigen sie auch dazu, ihre E-Mails zu verschlüsseln. Aber wie das mit der NSA funktioniert, können die US-Beamten dann ja den Deutschen erklären. (wst)