Mehr Monitor, mehr Trouble
Wer es sich leisten kann, betreibt heute gleich zwei oder gar drei Bildschirme an einem PC. Das erhöht zwar die Übersicht und damit (hoffentlich) die Produktivität, wirft aber auch neue Fragen auf.
Vor einigen Monaten hatte ich ja bereits über ein Luxusproblem mit meinem damals neuen 30-Zoll-Riesendisplay geklagt - ich konnte mich anfangs an die gigantische Bildschirm-Fläche nicht gewöhnen. Inzwischen kann ich jedoch erfreut berichten, dass ich mich an dem Gerät prima eingelebt habe - ja, mein alter 20-Zöller wirkt inzwischen auf mich geradezu lächerlich klein und ich will so viel Display-Fläche wenn möglich überall haben.
Weil bekanntlich der Feind des Guten das Bessere ist, verwende ich neben dem 30-Zöller inzwischen auch noch einen zweiten Bildschirm - genauer: das Display meines Laptops, praktischerweise mit einem hübschen Ständer auf Augenhöhe gebracht. Die Auflösung ist zwar im Vergleich zum Hauptdisplay verhältnismäßig klein, doch ich dachte mir, wenn ich den zweiten Schirm schon habe, warum ihn nicht auch nutzen? (Möglicherweise bin ich aber auch einfach nur neidisch auf Al Gore.)
Inzwischen bin ich mir allerdings nicht sicher, ob die Entscheidung richtig war und ich den Laptop nicht einfach besser zugeklappt betreibe. Das hat mehrere Gründe. Grund Nummer eins: Die Farb-Abstimmung ist schrecklich unterschiedlich zwischen Haupt- und Nebendisplay. Wahrscheinlich muss ich mir erst ein Kolorimeter besorgen, um beide Displays abzugleichen - und selbst damit könnte es sein, dass die unterschiedlichen Farbfähigkeiten der verschiedener Displays eine 1:1-Überstimmung unmöglich machen.
Grund zwei meiner Multimonitor-Problematik ist trivialer: Ich habe wirklich keine Ahnung, was ich überhaupt mit dem zweiten Display anfangen soll. Wetter-Widgets platzieren? iTunes-Animationen ansehen? Twitter-Feeds verfolgen? Einen Live-Stream ständig eingeschaltet lassen? Fragen über Fragen. Eine wirklich sinnvolle Nutzung des zweiten Displays sehe ich eigentlich nicht.
Da die DPI-Auflösung im Vergleich zum Hauptdisplay unterschiedlich ist, muss ich die Augen ständig neu "scharf stellen". Für sinnvolle Anwendungen ist das zweite Display also eigentlich zu klein, man zieht alle Fenster immer auf den großen Schirm. Selbst die Darstellung von Paletten großer Programmpakete auf dem Zweitschirm ist recht sinnlos - die passen ja jetzt schon bequem auf den 30-Zöller.
Fazit: Wenn man wirklich mit mehreren Monitoren arbeiten will, sollte man sich immer nur Modelle des gleichen Typs besorgen, Die lassen sich dann auch passend abstimmen. Alles andere ist nur Gadget-Show und verbessert nicht die Produktivität. (wst)