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Abgenervt vom SMS-Spam? Sauer über Telefon-Umfragen in aller Herrgottsfrühe? Schlagen Sie einfach zurück!

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Abgenervt vom SMS-Spam? Sauer über Telefon-Umfragen in aller Herrgottsfrühe? Der Horror hat grade erst angefangen. Das mobile Internet steckt zwar noch in den Kinderschuhen, aber – so konnte ich vor Kurzem einer Mail der Uni Augsburg entnehmen – "Längst hat auch die Werbebranche erkannt, dass Werbung, die vom Kunden ausgeht, glaubwürdiger wirkt und Streuverluste minimiert." Wenn also Konsumenten – und nicht Unternehmen – "mobile virale Inhalte verbreiten", treten diese "aufgrund ihrer sozialen Stellung im persönlichen Netzwerk als Garant für die Relevanz und Glaubwürdigkeit der Botschaft auf."

Tolle Aussichten: Schon in der jüngsten Zielgruppe (6 bis 13 Jahre) ergab eine britische Studie von Intuitive Media, dass 29 Prozent der Befragten bereits Musik über Bluetooth an ihre Freunde übertragen und weitere 45 Prozent sich vorstellen können, dies ebenfalls zu tun. Ähnliche Werte ermittelte das Marktforschungsinstitut OpinionWay für eine erwachsene Zielgruppe in Deutschland: Je nach analysierter Kampagne versendeten 19 bis 65 Prozent eine mobile Grußkarte mit Werbeinhalten einmal und 22 bis 41 Prozent sogar mehrmals. Dabei nahmen Empfänger, die die Grußkarte von Freunden bekamen, überproportional häufiger an der Aktion teil als Erstempfänger, die vom Unternehmen adressiert wurden.

Man braucht nur wenig Phantasie, um sich auszumalen, was da noch alles auf uns zukommen kann. Erfreulicherweise liefern die Wissenschaftler gleich eine mögliche Lösung mit: "Wann sind Kunden bereit, mobile Werbebotschaften an ihre Freunde und Bekannten weiterzusenden und welche Vorbehalte haben sie? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich eine neue Studie der Universität Augsburg, die derzeit per Internet-Fragebogen durchgeführt wird" ( und wer mitmacht, kann attraktive Preise gewinnen ...).

Das ist die Gelegenheit! Die Marketing-Leute wollen Daten? Sie wollen wissen, wie alt Sie sind, welchen Geschlechts, was auf Ihrer Gehaltsabrechnung steht, welche Frühstücksflocken Sie bevorzugen, welche Musik Sie dazu hören und welche Fernsehserie Sie sich abends reinziehen. Kein Problem! Seit fönfohrrrföndunvierrrrzig wörrrd jetzt zurückgeschosssnnn ... Geben Sie Ihnen Daten! Seien Sie kreativ. Vielleicht mag der eine oder die andere ja sogar ein Skript programmieren, das solche Umfragen mit allerlei Daten füttert.

Denn die Augsburger haben schon ganz richtig erkannt: "Das Mobiltelefon als Werbemedium wird nur erfolgreich sein, wenn die Zielgruppenanalyse stimmt, das Medium richtig angewendet und eine Win-Win-Situation zwischen Unternehmen und Kunden geschaffen wird, so Dr. Key Pousttchi, Leiter der Arbeitsgruppe Mobile Commerce. "Denn ein Unternehmen, das hierbei das Gießkannenprinzip anwendet oder dem Kunden auf die Nerven geht, beschädigt seine Marke." Viel Spaß! (wst)