Neues "Hamburger Modell" für den Studiengang "IT-Management und -Consulting"

Nach dem Motto "Wir müssen uns unseren IT-Nachwuchs selber backen" haben mehrere Hamburger Unternehmen mit der Universität der Hansestadt den neuen Studiengang "IT-Management und -Consulting" ins Leben gerufen. Eine Initiative mit Modell-Charakter.

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Von
  • Damian Sicking

Steria-Manager Jürgen Sponnagel

(Bild: Steria Mummert)

Lieber Jürgen Sponnagel, Senior Exevutive Vice President der Steria-Gruppe,

das Department Informatik der Fakultät Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg erweitert das Studienangebot und bietet interessierten jungen Menschen ab dem Wintersemester 2010/11 den neuen Studiengang "IT-Management und -Consulting" an. Am heutigen Dienstagabend wird dazu im Hauptgebäude der Universität Hamburg ein Kuratorium (Verwaltungsrat) gegründet, das sich aus Mitgliedern der Hochschule, der Handelskammer Hamburg, der Medieninitiative Hamburg@work, der Behörde für Kultur, Sport und Medien und – nicht zuletzt – der Förder-Unternehmen aus der freien Wirtschaft zusammensetzt.

Das Beratungsunternehmen Steria Mummert Consulting ist einer der Initiatoren dieses Projektes. Weitere Förder-Unternehmen sind unter anderem die Branchenfirmen PPI AG, T-Systems, Capgemini sd&m, DV-Ratio Nord, Fortis IT-Services und die Iteratec GmbH. Von Seiten großer IT-Anwender fördern das Projekt unter anderem der Generali-Versicherungskonzern, die NRS Norddeutsche Retail-Service AG und der Energiekonzern Vattenfall. (Weitere Förder-Unternehmen sind willkommen.)

Ausgangspunkt für diesen Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Wissenschaft war nach Angaben der Hochschullehrer um den Dekan Prof. Dr. Norbert Ritter die Klage vieler Hamburger IT-Unternehmen über den "Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften für das IT-Management und ein qualifiziertes IT-Consulting", und zwar sowohl bei den IT-Dienstleistern als auch bei den großen Anwenderorganisationen. Was diese Firmen benötigten, seien "Absolventinnen und Absolventen, die eine Kombination von informatisch-technischem Wissen, betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und ausgeprägten Fähigkeiten im Bereich Kommunikation und sozialer Interaktion mitbringen sowie Beratungs- und Management-Kenntnisse vorweisen können".

In diesem "einzigartigen" Studiengang (Pressemitteilung) soll die Praxis im Vordergrund stehen. Auf der Homepage der Uni Hamburg heißt es dazu: "Die Verbindung von Konzept- und Methodenwissen mit anwendungsnahen Praxisteilen soll durch geeignete Lehrformen (Studien- und Firmenprojekte, Gastdozenten aus der Praxis, Auslandsaufenthalte) erzielt werden. Neben den informatischen und betriebswirtschaftlichen Themen, die in die Vermittlung von Orientierungswissen eingebettet sind, sollen gezielt kommunikative, soziale und Management-Fähigkeiten gefördert werden. Teile des Master-Modulangebots sollen in englischer Sprache angeboten werden."

Am Ende des Studiums sollen die Absolventen über jene Fähigkeiten und Fertigkeiten ("Skills") verfügen, die bei ihren späteren Arbeitgebern benötigt werden. Im Fall von Steria Mummert sind das "Mitarbeiter, die in der Lage sind, die IT an den Geschäftszielen unserer Kunden auszurichten", die das "Denken in komplexen Zusammenhängen" beherrschen und im Thema "Technologieentwicklung für Unternehmen" kompetent sind.

Lieber Herr Sponnagel, man kann Ihnen und allen sonstigen Mitwirkenden nur dazu gratulieren, dass es Ihnen gelungen ist, diesen neuen Studiengang auf den Weg zu bringen. Viele Firmen, nicht nur die großen, fragen sich ja heute, wo sie die Spezialisten, die sie benötigen, herholen sollen. Oftmals bastelt dann jedes Unternehmen sein eigenes Aus- und Fortbildungsprogramm, was mit einem hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand verbunden ist, und trotzdem nicht immer die gewünschten Ergebnisse liefert. Da macht es einfach mehr Sinn, wenn sich wie in Ihrem "Hamburger Modell" mehrere Firmen zusammentun und ihren Nachwuchs von Spezialisten aus Forschung, Lehre und Praxis gemeinsam ausbilden lassen. Optimal natürlich, wenn man als Förderer und Kuratoriumsmitglied selbst die Ausbildungsinhalte mitbestimmen kann.

Ich bin gespannt, wie der neue Studiengang von den Studierenden beziehungsweise Abiturienten angenommen wird.

Beste Grüße

Damian Sicking

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