Schnelle Vergabe der Schweizer UMTS-Lizenzen gefordert

Nach der gescheiterten UMTS-Auktion in der Schweiz haben die Bieter bei den Behörden die Einhaltung der Spielregeln angemahnt.

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  • Christian Rabanus
  • dpa

Nachdem in der Schweiz die UMTS-Auktion abgeblasen wurde, haben die Bieter bei den Behörden die Einhaltung der Spielregeln angemahnt. Zugleich verlangten sie am Dienstag eine möglichst schnelle Vergabe der Betriebsgenehmigungen. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) will Anfang Dezember entscheiden, ob die Auktion nachgeholt, die Lizenzen zugeteilt oder ein ganz neues Verfahren ausgearbeitet werden soll.

Die Swisscom prüfe rechtliche Schritte für den Fall, dass die Regeln geändert werden, sagte Sprecher Josef Huber am Dienstag. Ähnlich äußerte sich Orange-Sprecherin Therese Wenger. Auch die anderen Interessenten, die spanische Telefonica und die Schweizer Gesellschaft Diax, bestehen auf der Vergabe der Lizenzen nach dem vorgesehenen Muster.

Nach der kurzfristigen Absage der UMTS-Auktion befĂĽrchten die Bieter jetzt, dass die vier Lizenzen nun doch nicht wie vorgesehen zum Mindestpreis von 50 Millionen Franken abgegeben werden. Das Bundesamt fĂĽr Kommunikation hatte die Versteigerung am Montag abgeblasen, nachdem zwei der verbliebenen fĂĽnf Bewerber, die Schweizer Gesellschaften Sunrise und Diax, ihre Fusion und das Ausscheiden von Sunrise aus dem Verfahren angekĂĽndigt hatten. Tele Danmark ĂĽbernimmt die Aktienmehrheit bei beiden fĂĽr 3,5 Milliarden Schweizer Franken (2,3 Milliarden Euro).

"Wir gehen davon aus, dass die Auktion mit den vier Bietern stattfindet und die Lizenzen zum Mindestpreis vergeben werden", sagte Swisscom-Sprecher Huber. Auch Diax-Sprecherin Monika Walser forderte die Einhaltung der Regeln ein. Ob das Unternehmen bereit wäre, bei einer Zuteilung mehr für eine Lizenz zu zahlen, wollte sie aus strategischen Gründen nicht sagen. Genauso hielt Orange-Sprecherin Wenger den Preis offen: "Wir waren zur Auktion bereit und hätten dabei auch mehr als die 50 Millionen Franken geboten", sagte sie.

Schließlich forderte auch Telefonica, an den Regeln festzuhalten. Es sei vorauszusehen gewesen, dass für die Auktion am Ende nur vier Bewerber übrig bleiben würden, teilte das spanische Unternehmen mit. "Telefonica hat Anstrengungen unternommen, um die von den schweizerischen Behörden gestellten Bedingungen für die Teilnahme an der Versteigerung zu erfüllen." Auch Swisscom verwies darauf, dass man sich mit Schritten von großer Reichweite auf die Auktion vorbereitet habe: Swisscom war eine Woche vor Beginn der Versteigerung mit Vodafone extra eine Partnerschaft zur Ersteigerung der Lizenz eingegangen.

Die Auktion sollte – kühnen Prognosen nach den spektakulären Auktionen in Großbritannien und Deutschland zufolge – bis zu acht Milliarden Franken in die Schweizer Bundeskassen spülen. Die Erwartungen wurden aber nach enttäuschenden Ergebnissen in Österreich und Italien auf die Hälfte reduziert. (dpa) / (chr)