Geld gegen SMS

Bezahlen mit dem Mobiltelefon war in Deutschland ein Flop. In ärmeren Ländern dagegen erfreut es sich großer Beliebtheit – und schiebt so die Wirtschaft an.

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Erinnern Sie sich noch an eine Firma namens Paybox? Wahrscheinlich nicht. Das Unternehmen, an dem die Deutsche Bank zu 75 Prozent beteiligt war, hatte vergeblich versucht, das Bezahlen über Mobiltelefone in Deutschland zu etablieren. 2003 wurde der Dienst hierzulande eingestellt. Also ab damit in die Ablage für unausgereifte Geschäftsideen?

Nicht so hastig. In Schwellen- und Entwicklungsländern verzeichnet das mobile Zahlen derzeit Wachstumsraten, die schwindelig machen. Auf den Philippinen nutzen rund 3,5 Millionen die Zahlfunktion ihres Handys, in China gar acht Millionen; der erst im März 2007 gestartete Dienst „M-Pesa“ der kenianischen Vodafone-Beteiligung Safaricom hat schon in neun Monaten eine Million Nutzer gewonnen. „Die Leute stehen stundenlang Schlange, um sich anzumelden“, sagt Vodafone-Sprecherin Caroline Dewing. Als Nächstes will Vodafone M-Pesa in Tansania und Äthiopien einführen.

Woran liegt es, dass ein und dieselbe Technik einmal floppt und ein anderes Mal Triumphe feiert? In Deutschland musste sich der damalige Paybox-Chef Mathias Entenmann regelmäßig fragen lassen, wozu man denn mit dem Handy bezahlen solle ... (bs)