Google: Hoffen auf die APIs

Die aktuelle Enwicklung hat die in der Februar-Ausgabe veröffentlichte Analyse der Zukunft der Suchmaschine Google teils bestätigt, teils negiert.

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Lesezeit: 9 Min.
Von
  • Charles H. Ferguson
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Im Januar veröffentlichte ich in der US-Ausgabe von Technology Review einen viel beachteten Artikel, in dem es um die Zukunft der Suchmaschine Google ging. In dem Beitrag legte ich dar, dass sich der Suchmarkt bald enorm verbreitern werde und sich Suchmaschinen künftig aus wesentlich vielfältigeren Quellen speisen - persönliche Daten, proprietäre Firmen-Informationen, kostenpflichtige Datenbanken oder auch öffentliche Archive, beispielsweise. Und diese Suchdaten würden dann auf den verschiedensten Geräten lagern - vom PC über den iPod bis zum Firmenserver.

In dem Beitrag argumentierte ich außerdem, dass Googles Führungsposition fragil ist, weil es an Barrieren fehlt, die die Benutzer vom Wechsel des Suchmaschinenanbieters abhalten - insbesondere der Wettbewerber Microsoft steht hier in den Startlöchern. Hinzu kommt die zunehmende Forderung nach Interoperabilität zwischen den Datenformaten und Systemen und die Vielzahl an neuen Innovationen im Suchbereich. All das führe dazu, dass Suchmaschinen künftig zu standardisierten Plattformen mit offenen Schnittstellen werden müssten, schrieb ich.

Meine Schlussfolgerung damals: Sollte Google keine solche Plattform schaffen oder sie nicht über öffentlich verfügbare Programmierschnittstellen (APIs) zugänglich machen, werde die Suchmaschine einen großen Teil ihres möglichen Marktes verlieren. Außerdem sei das ein Einfallstor für einen Microsoft-Angriff.

Eine proprietäre aber offene Architektur, die auf öffentlichen APIs basiere, würde Google hingegen mehr Nutzer zuführen und schließlich Interoperabilität über viele Systeme hinweg schaffen - und die Leute eher vom Wechsel abhalten.