FĂĽrsorgliche Belagerung
Pervasive Computing soll im Alltag ankommen
"Real life" -- das richtige Leben -- rückt mehr und mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit von Forschern, die sich mit dem Thema "Pervasive Computing" beschäftigen. Zumindest kristallisiert sich diese Erkenntnis an den Vorträgen und Diskussionen der Fachtagung Pervasive 2005. Auch wenn sich die rund 300 Experten aus Wissenschaft und Industrie, die noch bis Freitag in München und Oberpfaffenhofen tagen, bisweilen mit eher ungewöhnlichen Fragestellungen beschäftigen: Wie genau kann man beispielsweise aus Geräuschen auf "Aktivitäten in Badezimmern" schließen? Wie spielt man mit unsichtbaren Zügen? Oder welches Energiesparpotenzial ein Sensor hat, der sich wie eine Zecke an Menschen kettet und sich parasitär in eine Umgebung tragen lässt, in der er seine Batterien aus den vorhandenen elektromagnetischen Feldern wieder auflädt (hier ein etwas älteres Paper aus 2004)?
Für seinen inspirierende Antwort "Parasytic Mobility for Pervasive Sensor Networks" kassierte das Team um Mathew Laibowitz von der Responsive Environments Group des MIT Media Lab den Preis für die beste Veröffentlichung der Konferenz: Laibowitz und Kollegen orientierten sich an Vorbildern aus der Natur -- Zecken etwa, oder Pflanzen, die Früchte bilden, um ihre Samen von Tieren verteilen zu lassen. In Software-Simulationen testeten sie die Energieausbeute eines solchen Gerätes und experimentierten auch mit Hardware Prototypen wir dem ParaHop, der sich an den Schuhen seiner Träger festklammern oder kleinen Bällchen, die sich wie Kletten an die Kleidung oder andere textile Oberflächen heften und dabei die jeweils letzte Oberfläche, mit der sie in Berührung kommen, bevorzugen.