Unisys wirft Hälfte der deutschen Belegschaft raus
Unisys will einem Zeitungsbericht zufolge rund 180 Mitarbeiter seiner Standorte in Deutschland entlassen und zudem die Sulzbacher Zentrale nach GroĂźbritannien verlegen.
Der Unisys-Hauptsitz in Blue Bell, Pennsylvania
(Bild: Unisys)
Der IT-Dienstleister Unisys hat offenbar vor, rund die Hälfte der Belegschaft deutscher Standorte zu entlassen. Dies soll Sandro Lindner, Geschäftsführer von Unisys Deutschland, laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) bei einer Mitarbeiterversammlung Ende Juli angekündigt haben. Die Entlassungen stünden im Zusammenhang mit einer Umstrukturierung; so sei auch geplant, die bislang in Sulzbach ansässige Firmenzentrale nach Großbritannien zu verlegen. Am Standort Sulzbach allein arbeiten laut IG-Metall-Sprecher Carsten Witkowski rund 150 Beschäftigte.
Die Firma ist für harte Sparmaßnahmen durchaus berüchtigt; im Laufe der letzten Jahre hat Unisys hin und wieder die Beschäftigungszahlen im vierstelligen Bereich gekürzt, um auf massive Verluste zu reagieren. Laut FR sieht Witkowski die bevorstehenden Entlassungen durchaus in der Tradition der früheren Kürzungen, die häufiger "ohne Rücksicht auf Kunden, Betriebsrat oder Mitarbeiter" geschehen seien.
Update 13.08.2015:
Wie Unisys inzwischen bekanntgegeben hat, soll eine Firmenzentrale in Deutschland erhalten bleiben. Man habe nun "Büroflächen für die neue Deutschlandzentrale in Hattersheim gesichert". In diese Zentrale sollen demnach im November 2015 Mitarbeiter der bisherigen Standorte Sulzbach und Darmstadt umziehen. Zudem sei ein "Hub-Modell mit Hauptsitz in Großbritannien und regionalen Teams für Vertrieb und Kundenservice in der EMEA-Region" geplant.
Die Unisys-Beschäftigten dürfte hingegen vor allem interessieren, wer mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen muss – dazu schweigt sich Unisys im Statement allerdings aus. (jss)