Gamescom 2015: Dreadnought lädt zur bombastischen Seeschlacht im Weltraum ein
Viele Space-Shooter haben den Spieler in kleine, flinke Kampfjäger verfrachtet. Die deutsche Spieleschmiede Yager lässt ihn bei Dreadnought gewaltige Raumschiffe à la Battlestar Galactica steuern. Dabei orientieren sich die Macher an alten Seeschlachten.
Größer ist manchmal besser: Ein Dreadnought bereitet eine Breitseite vor. Währenddessen nutzen die Mitspieler die Vorzüge der sehr unterschiedlichen Schiffstypen, die sie gewählt haben.
Aus Klassikern wie "Wing Commander" kennt man Raum-Jagdflitzer, die sich geschmeidig wie Windhunde dirigieren lassen. Dergleichen findet sich auch bei Neuheiten wie EVE:Valkyrie und Star Wars: Battlefront. Dem gegenüber lenken sich die mittleren bis schweren Schlachtschiffe des Yager-Neulings Dreadnought (Trailer) behäbig wie Dieselloks. Der Spielname ("Furchtloser") ist zugleich die Bezeichnung für eine der Schiffsklassen, die an Vorbilder aus verschiedenen Filmuniversen angelehnt sind. Es gibt Riesen nach dem Vorbild der "Galactica", mittlere Brocken in ungefährem Enterprise-Format, aber auch Scoutschiffe, die dem "Millennium Falcon" ähneln. Sie unterscheiden sich stark in ihrer Wehrhaftigkeit, aber auch in Bezug aufs Manövrieren. Vorzüge und Nachteile gleichen einander sehr weitgehend aus, sodass die Spielbalance bei diesem launig zu spielenden Mehrspieler-Shooter gewahrt bleibt. Das Ganze spielt sich wie eine Arenaschlacht (MOBA), wird aber durch das Manövrieren in drei Dimensionen geprägt. Als Schauplatz des Spiels dient nicht nur der freie Raum; einige Szenarien versetzen die Kämpfenden in den Luftraum über schön gestalteten Planetenlandschaften.
Der Spieler spürt förmlich die zu bewegende Masse, wenn er die Triebwerke hochfeuert, um einen Kreuzer in eine günstige Schussposition zu bringen. Die reduzierte Geschwindigkeit tut dem Spielgeschehen erstaunlich gut. Schnell gewöhnt man sich an die eigenwilligen Kontrollen, bei denen etwa Shift- und Leertaste die Kolosse steigen oder sinken lassen. Die vielen Anpassungen und abwechslungsreichen Waffensysteme laden zum Ausprobieren ein. Sogar kurze Raumsprünge sind ein festes Feature der größten Schiffe.
Schlachten als klassische Deathmatch-Partien
Die Schlachten fühlen sich dank der Spezialisierungen der Schiffe ähnlich an wie Deathmatch-Partien klassischer Taktikshooter – wobei jene eben normalerweise auf die Bewegung in zwei Dimensionen beschränkt sind, allenfalls durch Klettern und Springen lässt sich dabei die dritte nutzen.
Der Artillery Cruiser ist durch seine enorme Reichweite der Scharfschütze des Geschwaders. Die Corvette dagegen kann dank ihrer Tarnvorrichtung nah an Gegner heran und sie als Einzelkämpfer mürbe schießen. Die titelgebenden Dreadnoughts sind den Sternenzerstörern des Star-Wars-Universums ebenbürtig. Eine Breitseite ihrer Raketenbatterien sieht nicht nur fantastisch aus, sondern holt Gegnerscharen vom Himmel. Die Schlachten werden in Teams Fünf gegen Fünf ausgetragen.
Game Director Peter Holzapfel hat sich bei der Konzeption der Kampfmechanismen von Seeschlachten des 18. Jahrhunderts inspirieren lassen. Vor allem die gewaltigen Dreadnoughts und Destroyer, die Königsklassen der Flottillen, hatten ihre Gegenstücke in der spanischen Armada. Dreadnought soll im Laufe des Jahres 2016 erscheinen, zumindest zunächst ausschließlich für Windows. Bis dahin feilt Yager mit Hilfe der Community noch an den letzten Kanten des Spiels. (psz)