"Smart Mouthguard" trackt Substanzen im Speichel

US-Forscher wollen bei Sportlern Laktat- oder Harnsäurewerte in Echtzeit aus der Spucke ermitteln und per Bluetooth LE Feedback ans Handy weiterreichen.

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Sensoren fĂĽr den Mund
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Daueraktive Sensortechnik steht mittlerweile auch Otto Normalverbraucher zur Verfügung – so trackt etwa eine Apple Watch Bewegung und Herzfrequenz. Ein Forscherteam an der University of California im amerikanischen San Diego (UCSD) hat nun einen "smarten" Mundschutz für Sportler und andere Anwendungsgruppen entwickelt, der in Echtzeit die chemischen Bestandteile des Speichels überwachen kann, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Smarter Mundschutz überwacht Gesundheitszustand").

Der "Smart Mouthguard" kann verschiedene chemische Substanzen erkennen, darunter Harnsäure und Laktate. Ist Harnsäure im Blut, Urin oder Speichel erhöht, kann dies auf Stoffwechselerkrankungen hindeuten. Der Laktatspiegel kann bei Sportlern zum Nachweis von Muskelproblemen dienen.

Die Daten des Smart Mouthguard werden drahtlos per Bluetooth Low Energy (BLE) an Computer und Smartphones übertragen. BLE-Funk benötigt deutlich weniger Leistung als die klassische Bluetooth-Technik. Gezeigt haben die UCSD-Forscher bereits, dass die Technik in den Mundschutz passt, klinische Studien am Menschen stehen allerdings noch aus.

Speichel ist ein interessantes Diagnosemedium, weil er sich ohne invasive Prozeduren sammeln lässt – im Gegensatz zur Blutabnahme oder Biopsie. Er kann einfach gelagert werden und enthält viele potenziell interessante biologische Informationen. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Konzentration verschiedener Substanzen im Speichel mit ihren Konzentrationen im Blut korrespondiert. Die Medizin muss hier aber noch viel forschen – und etwa herausfinden, welche Marker im Speichel wirklich genau genug sind, um Krankheiten und Entzündungen zu detektieren.

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(bsc)