Maschine päppelt Spenderherzen auf
Die US-Firma Transmedics hat ein Gerät entwickelt, mit der die Herzen bisher ungeeigneter Spender für Transplantationen fitgemacht werden können.
(Bild: Transmedics)
Herzen von Patienten, die an Herz- oder Kreislaufversagen gestorben sind, galten bisher unter Chirurgen als zu beschädigt für eine Transplantation. Denn wenn ein Herz zu schlagen aufhört, fehlt es ihm an Sauerstoff, und seine Muskelzellen beginnen abzusterben. Ohne Gegenmaßnahmen und bei Raumtemperatur schreitet dieser Verfall schnell voran. Normalerweise werden daher nur die Herzen von hirntoten Spendern verpflanzt, deren Körper bei der Entnahme noch aktiv ist.
Eine neue Maschine der US-Firma Transmedics soll das ändern, berichtet Technology Review in seiner Oktober-Ausgabe, die ab Donnerstag am Kiosk oder online im heise shop bestellbar ist ("Neues Leben für tote Herzen"). Das "Organ Care System" (OCS) kann Herzen und Lungen außerhalb des Körpers funktionsfähig halten – und zwar mit zwölf Stunden dreimal länger als mit der üblichen Kühlung bei vier Grad.
Die OCS, die in Europa und Australien kommerziell erhältlich sind und in den USA auf die Zulassung warten, haben noch einen zweiten Vorteil: Sie können auch geschwächte Organe wieder aufpäppeln, die sonst nicht kräftig genug für eine Transplantation wären. In der 250.000 Dollar teuren Maschine wird das Spenderherz in einer sterilen Kammer über Schläuche mit körperwarmem Blut, also mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.
Neben Transmedics arbeiten auch andere Unternehmen an Organ-Versorgungsmaschinen: etwa Organ Assist in den Niederlanden, OrganOx in Großbritannien sowie Organ Solutions in den USA. Organ Solutions' Maschine soll Lebern von verstorbenen Spendern versorgen. Geschäftsführer Korkut Uygun hofft, dass mit seinem Gerät sogar Lebern reanimiert werden können, die bis zu eine Stunde nach dem Tod eines Patienten durch Herzstillstand entnommen wurden. "Die Zahl der verfügbaren Organe wäre riesig", sagt er.
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(bsc)