Nikon 5,6/200-500 mm: Preisknaller im Praxistest
Das neue Supertele ist – für Nikon Verhältnisse wohlgemerkt - ein echtes Schnäppchen. Es gibt Brennweite satt bei ordentlicher Lichtstärke. Wir waren mit der dicken Linse auf der Pirsch.
- Sascha Steinhoff
Für das im August 2015 vorgestellte AF-S Nikkor 200–500 mm 1:5,6E ED VR hat Nikon einen echten Kampfpreis aufgerufen: Der Listenpreis von 1600 Euro (Tagespreis im Heise-Preisvergleich) (ab 1189,49 €) ist für ein Originalobjektiv dieser Lichtstärke und mit diesem Brennweitenbereich bemerkenswert. Weder Canon noch Sony haben Supertelezooms mit Endbrennweiten über 400 Millimetern im Angebot. Bisher wurden Supertelezooms ausschließlich von Fremdherstellern wie Tamron und Sigma produziert. Nikon betritt mit dem 200-500er also in jeder Hinsicht Neuland.
Brennweitenvergleich: Vom Weitwinkel zum Supertele (9 Bilder)

24 Millimeter - Weitwinkel
(Bild: Sascha Steinhoff)
Praxistest mit APS-C
Wir haben uns das Objektiv an einem bitterkalten Oktobertag im Hannover'schen Zoo genauer angesehen. Als Kamera kam die Nikon D7000 zum Einsatz, also eine APS-C Kamera. Damit standen effektiv 750 Millimeter (Cropfaktor 1,5) zur VerfĂĽgung. Wir wollten das Objektiv unter Feldbedingungen testen. Uns ging es auch darum herauszufinden, wie es sich mit einer derart langen Brennweite in der Praxis fotografiert. Immerhin ist es das erste Nikon-Originalobjektiv, mit dem auch Foto-Amateure in Brennweitenbereiche vordringen, die zumindest bei Nikon bisher Profis vorbehalten waren. FĂĽr viele Anwender stellt sich damit erstmals die Frage, ob es sich lohnt, die eigene Foto-AusrĂĽstung (z.B. Standardzoom/16-85 mm und Telezoom/70-200 mm) um ein Supertelezoom zu erweitern.
Gute Ausstattung
Ein Blick in die technischen Daten zeigt, dass Nikon an der Ausstattung des 200-500 mm nicht gespart hat. Mit ED-Linsen, Silent-Wave-Motor, Innenfokussierung, Vibrationsreduktion und abgerundeten Blendenlamellen hat das Objektiv alle Zutaten, die man auch bei deutlich höherpreisigen Objektiven schätzt. Auch ein solider Stativfuß ist schon inklusive. Wer ganz pingelig ist, könnte eine Nanokristall-Vergütung vermissen, aber das wäre in dieser Preisklasse dann doch etwas abwegig.