Kleidung aus OLEDs

Mit einem neuen Verfahren sollen Fasern zum Leuchten gebracht werden, die sich zu T-Shirts oder Jacken verweben lassen.

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Kleidung aus OLEDs

(Bild: KAIST)

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Organische Leuchtdioden (OLEDs) basieren bislang vor allem auf festen Substraten wie etwa Glasplatten. Die Technik steckt in modernen Handys und Tablets, zunehmend aber auch in teureren Fernsehern. Forscher vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) haben nun OLEDs entwickelt, die sich wie beliebige Textilfasern verweben lassen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Weben mit Leuchtfasern") – etwa zu T-Shirts, Jacken oder Pullovern.

"Diese Technik könnte die Produktion von tragbaren Displays genauso einfach machen wie die Herstellung von Kleidung", sagt Seonil Kwon, Mitglied des Forschungsteams (DOI: 10.1002/aelm.201500103). Das Ziel dabei sind neuartige Wearables, aber auch Bildschirme, die sich an Objekte anpassen und gebogen aufbringen lassen. Man wolle die Eintrittsbarriere für tragbare Displays senken, so die Forscher. Die Produktion lässt sich hochautomatisiert und kostengünstig aufziehen, sagen sie.

Die flexiblen Leuchtdioden der KAIST-Wissenschaftler bestehen aus PET-Fasern (Polyethylenterephthalat, bekannt etwa aus Getränkeflaschen), die in drei verschiedene organische und anorganische Materialien getaucht werden, die zusammen eine Leuchtdiode ergeben. Zwischendurch werden sie bei 130 Grad Celsius getrocknet. Durch die Geschwindigkeit, mit der sie die Fasern aus den einzelnen Bädern ziehen, können die Forscher nach eigenen Angaben die jeweiligen Schichtdicken bis in den Nanometerbereich hinein bestimmen. Gezeigt wurden bislang gelbe OLEDs.

Zu Fragen der Haltbarkeit, die bei OLEDs ein Problem darstellen kann, machten die Forscher bislang keine Angaben. Zunächst wollen sie nun weitere Farbtypen produzieren.

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(bsc)