Bitkom: Digitalisierung verändert die Berufsausbildung
In einer repräsentativen Umfrage geben Unternehmen an, dass sie neben Veränderungen für bestehende Ausbildungen auch völlig neue Berufe erwarten. Gleichzeitig fordert der Bitkom, dass sich die Schulen stärker auf die IT-Zukunft ausrichten.
Alte Schule: Bestrebungen, Schüler früh für die IT zu begeistern, gibt es schon länger, zum Beispiel mit Basic-Aufgaben und dem C64.
(Bild: dpa, Karl Städele (Archivbild)
Auf Basis einer aktuellen Studie gibt der IT-Branchenverband Bitkom an, dass die zunehmende Digitalisierung die Berufsausbildung in Deutschland verändern wird – zumindest in der Selbsteinschätzung der befragten Unternehmen. Immerhin 29 Prozent meinen, dass sie in Zukunft gänzlich neue Ausbildungsberufe erwarten und 76 Prozent geben an, dass es auch für bestehende Ausbildungsberufe Änderungen geben muss. Bloß 4 Prozent erwarten, dass sich nichts ändern wird.
Einen besonders starken Wandel scheint der Mittelstand auf sich zukommen sehen, Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern erwarten zu 40 Prozent neue Berufe. Große Firmen sowie kleinere und Kleinstunternehmen sind hier etwas zurückhaltender und geben an, dass sie vielmehr bestehende Ausbildungen anpassen müssen. In einem Blogeintrag geht der Bitkom detailliert auf die Zahlen ein. An der repräsentativen Umfrage nahmen 1500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen teil.
Pflichtfach Informatik
Auf IT-affine Berufe wie Fachinformatiker sieht der Branchenverband ebenfalls Veränderungen zukommen und verweist daher auf ein Projekt des Bundesinstituts für Berufsbildung, das den Bedarf untersuchen soll. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder warnt jedoch, dass "alle Berufe, vom Handel über die Industrie bis hin zum Handwerk" von der digitalen Transformation betroffen seien. Entsprechend fordert er die schulische Bildung, "mit einer fundierten Vermittlung von Digitalkompetenz im Fächerkanon, einem Pflichtfach Informatik und mit Englisch als Lingua franca der digitalen Welt ab der 1. Klasse". (fo)