Im CeBIT-Rausch
Der Skandal um die Online-Registrierung von Windows 98 (siehe c't 6/99) ist für Microsoft noch nicht ausgestanden: Laut `The Register´ (www.theregister.co.uk) erwägt Schweden eine formelle Untersuchung. Das Übertragen der Registrierungsdaten aus einem europäischen Land in die USA, einem Land mit minderen Datenschutzvorschriften, widerspricht der EU-Richtlinie. In Deutschland steht deren Umsetzung noch aus.
Die für Microsoft zuständige bayerische Behörde war bei Redaktionsschluß mit der rechtlichen Prüfung noch nicht vorangekommen. Man warte noch auf die Stellungnahme der deutschen Microsoft-Niederlassung, hieß es. Das Büro des Bundesdatenschutzbeauftragten wies darauf hin, daß Intel wegen der P-III-Seriennummer von sich aus Kontakt aufgenommen habe. Von Microsoft habe man dagegen nichts gehört.
In den USA wirbelt derweil die Tatsache Staub auf, daß Microsoft seine Website mit dem TRUSTe-Signet schmückt - ein Prüfsiegel, das dem Verbraucher die Einhaltung strenger Datenschutzstandards garantieren soll. Der US-`Datenschutz-TÜV´ geriet dadurch in Erklärungsnotstand: Für den Schutz der Privatsphäre bei der Online-Registrierung sei man gar nicht zuständig, so die Rechtfertigung (www.truste.org/users/users_w1723.html), sondern lediglich für den auf Microsofts Website. Doch befindet nun auch TRUSTe, Microsofts Datensammelwut habe die Privatsphäre und das Vertrauen der Kunden kompromittiert. Jason Catlett von der Datenschutzorganisation Junkbusters (www.junkbusters.com) wertete den Vorgang als Indiz dafür, daß die Selbstkontrolle der Wirtschaft nicht funktioniere, und verlangte eine offizielle Überprüfung durch die Handelsaufsichtsbehörde FTC. (ps) (wst)