Elektronikhersteller zuversichtlich

Die Zukunft soll der Elektronikindustrie den Aufschwung bringen, wenn auch 2003 erst moderat, das DFF will in Sachsen ein Display-Werk bauen und lüfterlose Netzteile sollen PCs beruhigen.

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Zwar erwartet der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Elektronikindustrie (ZVEI) noch ein hartes viertes Quartal im laufenden Jahr, aber 2003 soll ein moderates einstelliges Wachstum bringen. Bei den Halbleiterumsätzen führen inzwischen die ASSPs (Anwenderspezifische Standardprodukte) mit 38 Prozent vor den Prozessoren und Controllern (21 Prozent), Speichern (17 Prozent) und Diskreten (10 Prozent). DRAMs, die früher mit gut 40 Prozent den Markt anführten, sind inzwischen wegen des immensen Preisverfalls auf nur noch 10 Prozent zurückgefallen. Die meisten Aussteller zeigten sich zuversichtlich, vereinzelt werden auch wieder Stellen geschaffen statt abgebaut. Während vor kurzem noch diverse Online-Magazine aufgaben, tauchen auch wieder neue Projekte auf. So will CMP als Partner der electronica und Veranstalter des begleitenden Forums ‘Embedded Systems’ ab Februar die renommierte EE Times auch in einer deutschen Version online herausbringen.

Das DFF ist nicht etwa die Wiedergeburt des Deutschen Fernsehfunks, sondern das Deutsche Flat-Display-Forum, das sich als Sektion unter dem Dach des VDMA im Februar 2000 gegründet hat. Inzwischen ist dort fast alles Mitglied, was in Deutschland und Umgebung in Industrie, Forschung oder Technik Rang und Namen hat: ob BMW oder Volkswagen, Siemens oder Bosch, Osram oder Schott, Fraunhofer oder das IBM Zurich Research Laboratory. Das Forum unter der Leitung von Professor Wolfgang Ehrfeld ist allerdings keine Schwatzbude, sondern hat eine Firma namens DORAn gegründet, um ein eigenes Display-Werk in Deutschland aufzubauen. Geplant sind allerdings keine Displays für Laptops oder Monitore, sondern solche auf Basis selbstleuchtender organischer LEDs (OLED) für den riesigen Embedded-Markt. Etwa 2005 könnte das geplante Werk in Betrieb gehen.

Auf der electronica gab Professor Ehrfeld nun bekannt, dass die Finanzierung von immerhin 400 Millionen Euro weitgehend sichergestellt ist und die Planungen für den Bau begonnen haben. Als Bundesland sei Sachsen wegen ‘hoher lokaler Kompetenz’ ausgesucht worden, nur sei noch nicht entschieden, ob es ‘Silicon Saxony’ in Dresden - in der Nähe von AMD und Infineon -, Leipzig oder ein anderer sächsischer Ort sein soll.

AMD bemustert jetzt 256-MBit-Flash-Speicher, die mit der trickreichen MirrorBit-Technik arbeiten. Sie verdoppelt die Zahl der pro Zelle speicherbaren Bits. Damit passen auch mit dem schon etwas betagten 0,23-µm-Prozess 256 MBit auf einen Chip. 0,18 µm will AMD überspringen, um 2003 gleich auf 0,13 µm überzugehen. Laut AMD soll MirrorBit zuverlässiger sein als die konkurrierende StrataFlash-Technik von Intel - das sieht Intel natürlich anders. Immerhin gibt AMD 20 Jahre Datenhaltbarkeit bei bis zu 125 °C an, allerdings nur 100 000 Schreib/Lesezyklen pro Sektor. Im Februar 2003 sollen die 256-MBit-MirrorBit-Flashes lieferbar sein, für 25,75 US-Dollar pro Stück bei Abnahme von 10 000 Chips.

Den Lüfterlärm in ATX-Rechnern will die auf Netzteilentwicklung spezialisierte Offenbacher Firma RSG Electronic Components ausschalten. Ein als Open-Frame-Version gezeigtes ATX-Netzteil kann dank Kontaktkühlung über das PC-Gehäuse 300 Watt Spitzenleistung und etwa 150 Watt dauerhaft abgeben. Noch ist die Platine mit 220 mm etwas zu lang für den ATX-Einbauplatz, doch will RSG noch dieses Jahr eine Version mit Standardmaßen herausbringen. Mit einem Preis jenseits von 200 Euro dürfte das lüfterlose Netzteil aber Spezialeinsätzen vorbehalten bleiben.

NetSilicon hat sich auf frei programmierbare Netzwerkprozessoren mit ARM-Kern spezialisiert. Der aktuelle Ableger NS7520 schart um den mit 55 MHz laufenden ARM7-Kern außer dem obligatorischen Fast-Ethernet-Interface noch DMA- und Speicher-Controller, serielle und parallele Schnittstellen sowie zwei Timer/Counter-Blöcke. Pro Exemplar soll er in 10 000er-Stückzahlen rund 8 US-Dollar kosten. Zum Developer-Kit liefert NetSilicon die auf GNU-Tools aufgebaute Entwicklungsumgebung NET+OS 5.0, die außer dem lizenzfreien Echtzeitbetriebssystem ThreadX einen TCP/IP-Stack inklusive Anwendungsbeispielen (Web- und FTP-Server) enthält. In der Essential-Version mit Online-Schulungen und Support kostet NET+OS 5.0 unter 2000 US-Dollar. Weltweit konnte NetSilicon schon über 500 Kunden für den Prozessor interessieren, darunter ABB, Epson, Hirschmann, Minolta oder den Aufzughersteller Schindler. (ea) (ea)