Sommerfrische
Das Live-CD-Linux Knoppix 3.6 bringt reichlich Software-Auffrischungen, UnterstĂĽtzung fĂĽr schnelles WLAN und den Terminalserver NX mit.
Seit kurzem steht Knoppix in der anlässlich der KDE-Konferenz aKademy getauften Version 3.6 über Mirrors und per BitTorrent zum Download bereit (siehe Soft-Link). Die neue Scheibe startet ohne manuellen Eingriff mit dem Kernel 2.4.27. Optional kann man den Kernel 2.6.7 wählen, beide sind ACPI-enabled. Zahlreiche Softwarepakete wurden aufgefrischt, darunter das GUI (KDE 3.2.3), der Web-Browser Mozilla (1.7.2 deutsch), OpenOffice (1.1.2) und das Grafikprogramm The Gimp (2.0). Neu dabei sind Server und Client für NX, einen Terminalserver, über den man unter anderem den KDE-Desktop fernbedienen kann. Während die italienische Entwicklerfirma NoMachine Client-Software für verschiedene Betriebssysteme (Windows, Linux, Mac OS X, Solaris) gratis anbietet, kostet der Server für Solaris und Linux abhängig vom Einsatzzweck zwischen 55 und 795 Euro (Personal/Small Business für maximal fünf oder Enterprise mit unbegrenzten Verbindungen). Als Server-Alternative hat Klaus Knopper den FreeNX-Server von Fabian Franz auf die CD gepackt. In einem Kurztest agierte ein mit NX ferngesteuerter KDE-Desktop bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln über WLAN- und DSL-Verbindungen erwartungsgemäß sehr flink. Per Modem sind selbst grafisch orientierte Applikationen wie etwa das Astronomie-Programm KStars noch bedienbar, aber NX wirkte dabei nicht erheblich schneller als andere Lösungen wie beispielsweise RealVNC.
Schnelles WLAN unterstützt Knoppix 3.6 mit den nativen Treibern madwifi und prism54. Eine Prism-GT-Karte ließ sich per Menü konfigurieren, funktionierte aber wie erwartet nur mit simpler WEP-Verschlüsselung. Die Verbesserung WPA läuft noch nicht, weil es dafür bislang keinen freien Supplicant gibt. Der madwifi-Treiber für Atheros-WLAN-Chips arbeitete mit einer D-Link-Cardbus-Karte etwas hakelig, der Laptop schien nach Einstecken der PC Card manchmal zu hängen. Die scriptgesteuerte WLAN-Konfiguration klappte, ein Ping aber erst nach manuellem pump -i ath0. Neu dabei ist auch der Cen-trino-Treiber ipw2100 für 802.11b-Module, der inklusive Verschlüsselung funkte. Bekommt man mit dieser Auswahl seine WLAN-Karte nicht zum Laufen, dann hilft der ebenfalls vorhandene ndiswrapper weiter, mit dem man die zur Karte gehörigen Windows-Treiber laden kann.
Neben den großen Updates bringt Knoppix 3.6 auch Detailverbesserungen mit. Beispielsweise kann man nun unter KDE wie bei Windows im laufenden Betrieb die Bildauflösung und Wiederholrate umschalten. Wer übrigens die Version 3.5 vermisst: Diese wurde nur auf dem Linux-Tag 2004 als DVD verteilt, sie war nie öffentlich herunterzuladen, daher der Versionssprung. (ea)
(ea)