Frische Funker
HSPA, Navigation und neue Bedienkonzepte waren die Schlagwörter des Mobile World Congress, der vom 11. bis 14. Februar in Barcelona stattfand.
Auf der diesjährigen Messe präsentierten die Hersteller zwar auch eine Menge Alleskönner im Kleinstformat, doch die Riege der Spezialisten wächst beständig. Besondere Zuwachsraten erfuhren Navi-Handys – fast jedes Smartphone enthält mittlerweile einen GPS-Empfänger.
Die Bedienung ihrer Telefone versuchen die Hersteller ihren Kunden mit verschiedenen Ansätzen zu erleichtern. Häufig kommt dabei ein Touchscreen zum Einsatz, doch auch Scrollrädchen haben noch nicht ausgedient. Die Steigerung der Download-Geschwindigkeit kommt immer noch nicht an ihre Grenzen, und auch der Upload wird endlich schneller.
H-Super
Das von Toshiba vorgestellte Portégé G810 bringt als eines der ersten Smartphones den Upload-Beschleuniger HSUPA mit. Bis zu zwei MBit/s soll das G810 beim Upload erreichen. Beim Display handelt es sich um einen kapazitiven Bildschirm, der lediglich berührt, aber nicht gedrückt werden muss. Eine spezielle Bedienoberfläche soll dem Nutzer den Umgang mit dem Gerät erleichtern und ihn weniger mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6 in Berührung kommen lassen. Im Gerät ist zudem ein GPS-Empfänger installiert.
Navigations-Handys
Als Navigations-Handys taugen auch alle Neuvorstellungen von Nokia, die damit auf die Nutzung von Nokia Maps 2.0 vorbereitet sind. Der 6210 Navigator enthält eine komplette Navi-Lösung auf der mitgelieferten 1-GByte-microSD-Karte; sie bietet genug Platz für europäisches Kartenmaterial. Die Navi-Software soll für Autofahrer und Fußgänger gleichermaßen von Nutzen sein. Als Betriebssystem kommt wie bei allen neuen Nokia-Handys Symbian OS S60 3rd Edition zum Einsatz.
Nokia Maps 2.0 liegt derzeit als Beta-Version für die Nokia-Smartphones N81, N82, E90 und N95 vor. In der Software sollen auch etwa Gehwege in Parks erfasst sein, zusätzlich können Nutzer Stadtführer, aktuelle Verkehrsinformationen oder Wegbeschreibungen zum öffentlichen Nahverkehr bekommen. Einmal auf dem Gerät gespeicherte Karten lassen sich auch ohne Internet-Verbindung nutzen. Der Kartenhersteller Tele Atlas will im Oktober ebenfalls eine fußgängertaugliche Version seines Kartenmaterials auf den Markt bringen.
Nokias neues Flaggschiff, das N96, hat ebenfalls einen GPS-Empfänger an Bord. Es treibt die Größe des internen Speichers auf 16 Gigabyte. Zusätzlich steht ein Steckplatz für microSDHC-Karten zur Verfügung. Über den internen DVB-H-Empfänger zeigt das Smartphone Handy-TV an – sobald die Sender-Infrastruktur steht.
Mobile-TV
Auch der Mobile-TV-Receiver SU-33W von Nokia wird hierzulande erst Bilder empfangen, wenn das Programm gestartet ist. Er dekodiert DVB-H-Signale und leitet diese via Bluetooth 2.0+EDR an ein kompatibles Handy weiter. Der kleine Empfänger soll pünktlich zur Fußball-EM im Sommer erhältlich sein und etwa 100 Euro kosten.
Fingerspiele
LG Electronic stellt drei Handys mit verschiedenen Bedienkonzepten vor: Das KF700 lässt sich per Finger über den großen kapazitiven Touchscreen oder über eine ausschiebbare Wähltastatur und ein großes seitliches Scrollrad bedienen. Das Schiebehandy KF-600 hingegen kommt mit einem kleineren Touchscreen unter dem Hauptdisplay, den LG InteractPad nennt. Auf ihm erscheinen je nach Funktion passende Icons oder beispielsweise kleinere Ansichten eines gerade in die Bildbearbeitung geladenen Fotos. Zum Hauptdisplay mit QVGA-Auflösung kommen daher noch die 240 x 176 Bildpunkte des Touchscreens.
Das Schiebehandy KF510 wird über die Wähltastatur oder über ein Sensorfeld unter dem Display gesteuert. Das Triband-GSM-Telefon ist wie die anderen LG-Modelle mit microSD-Slot, Bluetooth inklusive Stereo Audio Profil und MP3-Player ausgestattet.
Software und Anwendungen
Für das offene Linux-Mobilbetriebssystem Android fehlen bislang noch die Endgeräte. Der Chiphersteller Texas Instruments präsentierte nun eine Hardware-Plattform für Android-Entwickler. Derzeit existiert nur ein Prototyp ohne Touchscreen, der mit seiner kleinen Qwertz-Tastatur an Blackberrys-E-Mail-Telefone erinnert. Das Entwickler-Kit soll Programmierer und Zulieferer für künftige Android-Handys in die Lage versetzen, ohne existierende Geräte Anwendungen und Zubehör zu entwickeln und zu testen. Auch die Mitglieder der LiMo Foundation stellten eine erste Release ihrer mobilen Linux-Lösung vor. In der zweiten Jahreshälfte sollen mehrere Software Development Kits erscheinen.
Nokia erweitert sein Mobilportal Ovi (deutsch: Tür) um den Dienst „Share“. Mit ihm sollen Nutzer Daten von ihren mobilen Geräten zentral speichern und mit Freunden austauschen können. In Kombination mit der GPS-Funktion können Handy-Fotos automatisch den Aufnahmeorten zugeordnet werden.
Der Browser Opera Mobile 9.5 soll durch eine Überarbeitung der Rendering Engine schneller sein als der Vorgänger. Auch verfügt Opera Mobile jetzt über eine ähnliche Zoom-Technik wie der iPhone-Browser: Klickt der Benutzer in einer komplexen Seite auf einen Inhaltsblock, also etwa eine Nachricht, so stellt Opera Mobile diesen Block vergrößert dar. Standardmäßig präsentiert Opera Mobile eine Seite im Vollbildmodus, ein Klick auf ein transparentes Icon am Bildschirmrand öffnet die Menüleiste. Mit Widgets kann der Benutzer besonders bequem auf Online-Anwendungen zugreifen. (ll)