CES: Single-Chip-Lösungen für Multimedia auf dem Vormarsch

Wie schon C-Cube gehört auch Philips zu den Firmen, die auf der CES Chips präsentieren, die etliche Audio- und Video-Verarbeitungsprozesse übernehmen.

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Wie schon C-Cube gehört auch Philips zu den Firmen, die auf der CES Chips präsentieren, die etliche Audio- und Video-Verarbeitungsprozesse übernehmen und so immer neue Möglichkeiten bieten. Eingesetzt werden sollen die neuen Chips vor allem in DVD-Playern der kommenden Generation, die dann beispielsweise auch als Surfterminals verwendet werden können – oder in Set-Top-Boxen für Digitalfernsehen, die neben dem reinen Fernseherlebnis das Surfen im Internet und die Aufnahme des Programms auf Festplatte oder DVD-Brenner ermöglichen.

Ein derart hochgezüchteter Chip ist der Nexperia pnx8500 von Philips, von dem auf der CES ein Prototyp im Einsatz zu sehen ist. Die Dual-CPU des pnx8500 enthält neben einem 200-MHz-TriMedia-VLIW-Kern noch eine MIPS-3940-CPU, die mit 150 MHz läuft. Dies ermöglicht die gleichzeitige Decodierung von drei digitalen Video-Datenströmen in Standardauflösung oder einem Strom in HDTV, das ja in den USA bereits real existiert und daher von Philips in der Vorführung auch bevorzugt wird. Sozusagen nebenbei dekodiert der Prozessor noch Mehrkanal-Tonsysteme wie Dolby Digital, auf Wunsch auch ACC oder MP3. Dabei erledigt der Prozessor gleich den Downmix von Dolby Digital 5.1 auf Dolby Surround Pro Logic, wenn kein Multikanal-Ausgang zur Verfügung steht, oder gibt das Signal an einem S-P/DIF-Ausgang aus.

Für interaktives Fernsehen bietet der pnx8500 eine schnelle 2D- und eine 3D-Graphics-Engine, die zu DirectX 6.1 kompatibel ist. Für den Fall, dass der Anwender daneben noch im Internet surfen möchte, verspricht Philips ein Softmodem, gab die maximal mögliche Übertragungsgeschwindigkeit aber nicht an. Die Tastatur könnte beispielsweise via USB-Port angeschlossen werden, für den der Chip ebenso eine Einheit besitzt wie für einen Infrarotempfänger. Zur Kommunikation im Internet bietet die Input/Output-Sektion des Chips Möglichkeiten zum Anschluss von Kabel- oder Breitband-Modems. Wem das nicht reicht: Firewire wird ebenfalls unterstützt. Um Daten speichern zu können, arbeitet der pnx8500 mit IDE-Festplatten und Smartcards zusammen.

Der pnx8500 unterstützt mehrere Betriebssysteme, darunter Windows CE und Linux, und ist bereits auf Microsofts Ultimate TV ausgelegt. Mit den Fähigkeiten des Chips wäre es laut Philips auch möglich, den Prozessor für Spielkonsolen zu "missbrauchen", wobei OpenGL und Direct3D unterstützt und 60 Millionen Pixel/s geboten würden. Entsprechende Pläne gibt es aber von Philips selbst nicht. (nij/c't) / (jk)