Europa wieder in der ersten Liga des Weltchipmarkts
In den letzten Jahren konnte Europa in Sachen Forschung und Enwicklung im Halbleiter-Bereich wieder zur Weltspitze aufschlieĂźen.
Nicht nur der deutsche Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) ist mit der Entwicklung des Halbleitergeschäfts zufrieden, auch Jürgen Knorr, der Vorsitzende des internationalen Eureka-Projekts Micro-Electronics Development for European Applications (Medea), kann sich nicht beklagen. Wie er im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung betonte, habe Europa den früheren Rückstand gegenüber Amerika und Asien wett gemacht.
Zwar bleibt die Produktion von Halbleitern in Europa immer noch hinter dem Verbrauch zurück – nach Angaben Knorrs entfällt etwa ein Viertel des weltweiten Halbleiter-Verbrauchs auf Europa, während die Unternehmen der Alten Welt nur einen Weltmarktanteil von 13 bis 15 Prozent haben –, vor allem sei aber der Stand der Technik in Europa Weltspitze. Knorr führte hier vor allem das Dresdner Infineon-Werk an, in dem seit kurzem Speicherchips aus 300-Millimenter-Wafern gefertigt werden. Auch bei der Entwicklung von 1-Terabit-Chips sei Europa im weltweiten Vergleich sehr gut im Rennen.
Einen guten Teil dieser erfreulichen Entwicklung führt Knorr auf das Projekt Medea und das Vorgängerprojekt Joint European Submicron Silicon Initiative (Jessi) zurück. Im Medea-Programm, das wie Jessi unter dem Dach des Eureka-Netzwerks durchgeführt wird, arbeiten rund 130 zumeist kleinere Unternehmen und Forschungsinstitute zusammen, um neue Halbleitertechniken und -herstellungsverfahren zu erforschen und zu entwickeln. Medea läuft mit einer Unterstützung von rund einer Milliarde Mark pro Jahr seit 1997 und dauert noch bis zum Ende dieses Jahres. Mit Medea+ ist aber bereits ein Nachfolge-Programm nach gleichem Muster initiiert. (chr)