Italienische UMTS-Vergabe geht in die heiße Phase
Unternehmen, die sich um eine UMTS-Lizenz in Italien bewerben wollen, müssen bis zum heutigen Donnerstag Mittag ihre Unterlagen abgegeben haben.
Bis 12:00 Uhr am heutigen Donnerstag müssen alle Konzerne, die sich um eine italienische UMTS-Lizenz bewerben wollen, ihre Unterlagen beim italienischen Ministerium für Kommunikation abgegeben haben. In einem kombinierten Verfahren will Italien fünf Lizenzen für den Betrieb eines UMTS-Netzes vergeben.
Branchenkenner gehen davon aus, dass sich sieben Unternehmen und Konsortien um die Lizenzen bewerben werden, nämlich Telecom Italia Mobile (TIM), Omnitel, Wind, Blu, Andala, Ipse und TU Mobile. Das italienische Ministerium muss bis zum 2. September entscheiden, welche Bewerber für das Vergabeverfahren zugelassen werden.
Über Beteiligungen sind derzeit außer der Deutschen Telekom fast alle großen europäischen Telekommunikationsgesellschaften an der UMTS-Auktion in Italien beteiligt: TIM gehört zum italienischen Exmonopolisten Telecom Italia, Omnitel ist zu 76 Prozent in der Hand von Vodafone und Wind wird gleichberechtigt von France Telecom sowie dem italienischen Energieversorger Enel kontrolliert. An Blu ist neben dem Medienunternehmer Silvio Berlusconi British Telecom beteiligt, das Konsortium Ipse steht unter der Führung von Telefonica und Sonera. Lediglich Andala ist nicht in europäischer Hand: Erst kürzlich übernahme der Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong 51 Prozent der Anteile.
TU Mobile hat sich erst gestern Abend als möglichen Bewerber für eine UMTS-Lizenz ins Spiel gebracht. Das von der Beraterfirma Atitalia kontrollierte Unternehmen verkauft Beteiligungen an E-Business-Projekten. Befragt von der italienischen Presse, ob es mit der Deutschen Telekom in Verhandlungen über eine Beteiligung stehe, teilte das Unternehmen mit, dass es Kontakte gebe, dass sich der Rosa Riese allerdings nicht direkt beteiligen wolle. Der deutsche Ex-Monopolist wollte zu den Spekulationen nicht Stellung beziehen. Man kommentiere keine Gerüchte, sagte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek. Allerdings habe man schon vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass man nicht das fünfte Rad an irgendeinem Wagen sein wolle. An dieser Position habe sich nichts geändert. (chr)