ESA-Sonde Rosetta: Portal fĂĽr Detailbilder des Kometen eingerichtet

Nachdem bislang fast nur Fotos des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko veröffentlicht wurden, die die Navigationskameras der ESA-Sonde aufgenommen haben, sollen nun viele Detailaufnahmen folgen. Sie stammen von der Forschungskamera OSIRIS.

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ESA-Sonde Rosetta: Portal fĂĽr Detailbilder des Kometen eingerichtet

Das erste OSIRIS-Bild des Tages zeigt den Kometen aus rund 100 Kilometern Entfernung und wurde am 10. Dezember aufgenommen.

(Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

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Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) hat ein Portal eingerichtet, auf dem zeitnah Detailaufnahmen des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko veröffentlicht werden sollen, die die Sonde Rosetta zur Erde schickt. Mit dem OSIRIS-Bild des Tages ergänzt das Forschungsinstitut die bestehenden Angebote, mit denen die europäische Weltraumagentur ESA Daten ihrer Kometen-Mission öffentlich macht. Die bislang öffentlichen Bilder stammen überwiegend von den Navigationskameras, für die andere Lizenzbestimmungen gelten. Sie lösen geringer auf, als die Kamera OSIRIS (Optical, Spectroscopic, and Infrared Remote Imaging System), deren Bilder nun zugänglich gemacht werden sollen.

Die Forscher streben an, mindestens ein Bild pro Woche zu veröffentlichen, hoffen aber, sogar ein Bild pro Tag zu schaffen. Das hänge davon ab, wie viele Fotos die Sonde macht. Derzeit habe sie sich ihrem Kometen wieder bis auf rund 100 Kilometer angenähert. Er zeige sich ihr also aus der Perspektive, die sich nach der Ankunft im August 2014 bot, erklärt Holger Sierks vom MPS. Nun könne man der Öffentlichkeit äußerst aktuell zeigen, wie der Komet bei der neuerlichen Annäherung aussieht und eventuell sogar die vorgeschlagene Landung illustrieren. Die Bilder sollen im JPG-Format weitgehend unbearbeitet veröffentlicht werden, wichtige Metadaten (Entfernung zum Kometen, Datum etc.) würden ergänzt.

Aufnahmen von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (38 Bilder)

67P/Tschurjumow-Gerassimenko aus 12 Kilometern Entfernung, aufgenommen am 19. März 2016
(Bild: ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA 3.0 IGO)
ESA-Mission Rosetta
ESA-Mission Rosetta

Rosetta war zehn Jahre zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unterwegs. Die ESA-Sonde und der Lander Philae sollen den Himmelskörper aus dem Orbit und auf der Oberfläche erforschen.

Die ESA-Sonde Rosetta hatte im August 2014 ihren Kometen erreicht und ihn danach in wechselnden Abständen umkreist. Im November 2014 setzte sie den Lander Philae ab, der tagelang Daten von der Oberfläche sendete, bis ihm die Energie ausging. Weil er wohl im Schatten liegt, hat er sich seitdem nur noch kurz gemeldet, trotzdem gilt seine Mission als Erfolg. Während sich der Komet im Laufe des Jahres 2015 dann der Sonne annäherte, entfernte sich Rosetta von ihm, um einer Beschädigung zu entgehen: Der Komet war immer aktiver geworden und das abgestoßene Material hätte die Sonde beschädigen oder zumindest orientierungslos machen können, wie es tatsächlich einmal geschehen war. Das ist nun aber wohl vorbei, weswegen sich die Sonde wieder nähert.

Seit mehr als einem Jahr hat die ESA nicht nur Tausende Kometenfotos der Navigationskameras veröffentlicht, sondern auch unter eine freie Creative-Commons-Lizenz gestellt. Das geht aber nur, weil sie ausschließlich daran die alleinigen Rechte hält. Die Forschungsdaten dagegen fallen in die Verantwortung der verantwortlichen Organisationen, die solch einen Schritt nicht so einfach tätigen können oder wollen. Zwar stehen die nun angekündigten OSIRIS-Bilder nicht unter einer freien Lizenz, aber sie werden zumindest öffentlich zugänglich. Wer nicht regelmäßig auf der Seite nachsehen will, kann sich über eine E-Mail an osiris-pi@mps.mpg.de auch für eine Mailingliste anmelden, an die die Fotos geschickt werden sollen, schreibt die ESA. (mho)