Halbleitermarkt macht Optik-Konzern Carl Zeiss zu schaffen
Das Unternehmen Carl Zeiss hat im vergangenen Geschäftsjahr Gegenwind auf dem Halbleitermarkt zu spüren bekommen. Es gibt Verzögerungen was neue Fertigungstechniken betrifft. Die Bilanz von Zeiss ist aber trotzdem nicht schlecht.
Die EUV-Technik zur Halbleiterproduktion.
(Bild: Carl Zeiss)
Probleme mit der Halbleitertechnik drücken auf die Bilanz des Optik-Konzerns Carl Zeiss. Zwar stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2014/2015 um fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Das sei aber vor allem der guten Entwicklung in anderen Geschäftsfeldern und dem schwachen Euro geschuldet.
"Die Halbleiterindustrie wartet"
Das Ergebnis unterm Strich stieg von 190 auf 208 Millionen Euro. Vorstandschef Michael Kaschke sprach von "Rückenwind durch positive Währungseffekte" und "Gegenwind auf dem Halbleitermarkt". Das in Oberkochen ansässige Stiftungsunternehmen stellt in einem Konsortium Apparate her, mit denen die Halbleiterbranche Mikrochips produziert.
"Wenn sie ihr Smartphone noch kleiner haben wollen, brauchen sie die neue Chipgeneration", sagte Kaschke. Doch die Arbeit an der neuen Fertigungstechnik Extreme Ultraviolet Lithographie (EUV) sei schwierig. Eigentlich sollten die neuen Anlagen 2014 in die Massenfertigung gehen. Nun wird sich das wohl bis 2017 verzögern. "Die Halbleiterindustrie wartet händeringend darauf", sagte Kaschke. Gleichzeitig sinke die Nachfrage nach der alten Fertigungstechnik.
Kaschke hatte schon zum Geschäftsabschluss 2013/2014 von Schwierigkeiten mit EUV berichtet. Die Lichtquelle würde Probleme bereiten. Diese wird von ASML geliefert. ASML hatte 2014 selbst davon gesprochen, dass ab 2016 EUV Einzug in die Serienfertigung von Logikchips halten könnte, ab 2017 wären dann DRAM- und NAND-Chips möglich.
Umsatzeinbruch um 15 Prozent
Der Umsatz in der Sparte Halbleitertechnik brach im Geschäftsjahr um 15 Prozent für Zeiss ein. Der Bilanzstichtag war der 30 September. Das Unternehmen beschäftigt weltweit knapp 25.000 Mitarbeiter und entwickelt unter anderem Mikroskope, Brillengläser sowie Foto- und Filmobjektive. Im Halbleiter-Feld erwartet Kaschke auch im neuen Geschäftsjahr keine Belebung. Zudem gebe es eine Eintrübung auf den Märkten in Schwellenländern wie China und Brasilien.
Knapp 90 Prozent des Umsatzes erzielt Zeiss außerhalb Deutschlands. Besonders erfolgreich war das Unternehmen in der Region Asien/Pazifik (APAC) mit einem Umsatz von 953 Millionen Euro. Zeiss hat im Geschäftsjahr 2014/2015 rund 466 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Das sind vier Prozent mehr als noch im Vorjahr (448 Millionen). Der Konzern rechnet mit einem moderaten Umsatzplus für das Geschäftsjahr 2015/2016. (mit Material der dpa) / (kbe)