Luftbildfotografie
Der Nürnberger Luftbildfotograf Hajo Dietz trotzt dem Drohnenhype und perfektioniert lieber die klassische Luftbildfotografie aus dem Hubschrauber oder dem Flächenflugzeug. Für alle, die das selber mal ausprobieren möchten, erklärt er in diesem Artikel, welche Voraussetzungen es dafür braucht, welches Equipment und Fluggerät sinnvoll ist und dass man schon mit 200 Euro einsteigen kann.
- Hajo Dietz
Durch die Erfindung der Luftfahrt vor gut 200 Jahren wurde der uralte Menschheitstraum wahr, die Welt wie ein Vogel oder gar den Göttern gleich aus einer erhöhten Perspektive zu sehen und durch die fast zeitgleiche Erfindung der Fotografie wurde er sogar praktisch allen Menschen zugänglich gemacht. Erfahrung und Techniken haben sich seither stetig verbessert, so dass eine gute Luftaufnahme heute einer vom Boden aus gemachten Fotografie qualitativ nicht nachstehen muss. Dass sie es bisweilen doch tut, ist der Vielzahl von Komplikationen geschuldet, die diese extrem den Elementen unterworfene Art der Aufnahmetechnik ausgesetzt ist und die nur wenige wirklich beherrschen. Wer als erfahrener Studiofotograf meint, er könne einfach so auch gute Luftaufnahmen machen, der könnte genauso gut ein Augenleiden einem Orthopäden zur Heilung anvertrauen. Auch wenn er ein hervorragender Arzt ist, so ist er doch auf sein Fachgebiet spezialisiert. Oder um den Vergleich auf eine weniger akademische Ebene zu holen: Würden Sie von einem noch so guten Pizzakoch auch einen perfekten Schweinebraten erwarten?
Selbst durch das inzwischen fast massenhafte Auftreten – oder sagen wir besser Abheben – von Kameradrohnen, also unbemannten Aufnahmegeräten, hat die bemannte Form aus Flächenflugzeugen und Hubschraubern keine echte Konkurrenz. Auch die allgegenwärtigen Senkrechtaufnahmen großer Internetgiganten können mit der perspektivischen Individualität, hohen Aktualität und Qualität guter Luftbildfotografen nicht mithalten.
Um Ihnen nun die speziellen Anforderungen der Luftbildfotografie aus Flugzeugen und Hubschraubern zu erläutern, stelle ich zunächst Material und Technik vor. Es folgen die sensorischen und physikalischen Bedingungen, die Sie im Flugzeug erwarten und eine kleine Einführung ins Luftrecht. Kontaktadressen, mit deren Hilfe Sie womöglich selbst erste Erfahrungen in der Luftbildfotografie sammeln können, finden Sie am Ende des Artikels. Und weil ein frisch erlegtes Wildschwein auch noch keine fertige Mahlzeit ist, will ich Ihnen erläutern, welche Bearbeitungsschritte notwendig sind, damit aus einem vom aus Flugzeug aufgenommenen Bild eine gute Luftaufnahme wird.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Luftbildfotografie". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.