Weniger Halbleiterhersteller: Microchip kauft Atmel

3,6 Miliarden US-Dollar zahlt der Chip-Hersteller Microchip fĂĽr die Firma Atmel und bekommt damit auch bei der Bastel-Plattform Arduino einen FuĂź in die TĂĽre.

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Halbleiter

(Bild: dpa, Matthias Hiekel)

Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Benjamin Benz

Das Akquise-Karussel der Halbleiterhersteller dreht sich weiter. Diesmal schluckt der Hersteller von Mikrocontrollern Microchip seinen direkten Konkurrenten Atmel. Um den hatte zuvor auch Dialog Semiconductor gebuhlt und erhält immerhin 137,3 Millionen US-Dollar als Abfindung für die abgebrochenen Verkaufsverhandlungen.

Freuen dürfen sich die Atmel-Aktionäre. Die bekommen nun für jede Aktie 7 US-Dollar ausgezahlt sowie 1,5 US-Dollar in Microchip-Aktien. Dialog Semiconductor wollte 4,65 US-Dollar auszahlen und auch weniger eigene Aktien drauflegen. An der Börse wird die Atmel-Aktie derzeit mit knapp 8 US-Dollar gehandelt. Der nun ausgehandelte Deal hat ein Volumen von 3,6 Milliarden US-Dollar und soll in den ersten drei Jahren 170 Million US-Dollar durch Synergien einsparen.

2008 hatt sich Microchip schon einmal fĂĽr Atmel interessiert und damals 2,3 Milliarden US-Dollar geboten, doch Atmel lehnte ab.Erst im Dezember 2015 hatten sich NXP und Freescale unter dem Namen NXP zusammengeschlossen. Microchip hatte im August die Ăśbernahme von Micrel fĂĽr insgesamt 839 Millionen US-Dollar abgeschlossen und bereits 2014 394 Millionen US-Dollar fĂĽr den Mitbewerber Supertex gezahlt.

Atmel-Prozessoren sind insbesondere bei Bastlern beliebt – sie bilden unter anderem das Herz der Arduino-Familie. (bbe)