Deutsch-italienischer Wettstreit um Telekom-Firma Infostrada

Am Kauf des italienischen Festnetzbetreibers sollen neben der Deutschen Telekom auch die Konkurrenten Wind und Albacom interessiert sein.

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  • JĂĽrgen Kuri

Am Kauf des italienischen Festnetzbetreibers Infostrada sollen auch die Konkurrenten Wind und Albacom interessiert sein, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore. Auch der Deutschen Telekom, die nach dem Ausstieg bei Wind ohne italienischen Partner dasteht, wird seit einiger Zeit ein Interesse an der Übernahme von Infostrada nachgesagt.

Seit der Übernahme von Mannesmann gehört Infostrada zur britischen Vodafone. Ein Sprecher von Vodafone bestätigte der italienischen Nachrichtenagentur ANSA lediglich die Absicht, im Herbst 49 Prozent von Infostrada an die Börse zu bringen. Vor einigen Wochen hatte Vodafone-Chef Chris Gent jedoch auch einen Verkauf von Infostrada an ein anderes Telekommunikationsunternehmen nicht ausgeschlossen.

Ein Angebot der beiden italienischen Telekom-Konkurrenten stehe nun unmittelbar bevor, schreibt die Zeitung unter Berufung auf britische Investmentbanker. Wind (im Besitz des italienischen Energieversorgers Enel und von France Telecom) und Albacom (an der British Telecom, Mediaset und Eni beteiligt sind) wollten sich zu den Spekulationen am heutigen Freitag allerdings nicht äußern.

Mit einem Marktanteil von 13 Prozent an Fern- und Auslandsgesprächen und 27 Prozent der Internet-Kunden ist Infostrada heute der größte Konkurrent von Telecom Italia. Knapp zwei Jahre nach dem ersten Auftreten auf dem Markt hat Infostrada 3,3 Millionen Festnetzkunden und drei Millionen Internetkunden. Im ersten Halbjahr 2000 erzielte Infostrada einen Umsatz von 850 Milliarden Lire. (jk)