Neue Untersuchungen in den USA zur Fusion AOL/Time Warner

Sowohl das US-Repräsentantenhaus als auch die Federal Communications Commission geben sich mit den bisherigen Informationen von AOL und Time Warner zur geplanten Fusion nicht zufrieden.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Erst mussten AOL-Chef Steve Case und Time-Warner-Boss Gerald Levin die geplante Fusion von AOL und Time Warner bei einem FCC-Hearing verteidigen; und erst letzte Woche äußerte die EU-Kommission schwere Bedenken gegen den geplanten Mega-Konzern. Nun sind die beiden Firmen mit neuen Untersuchungen in den USA konfrontiert.

Die Federal Communications Comission (FCC), eine Art US-amerikanischer Regulierungsbehörde für Telekommunikationsmärkte, fordert von AOL und Time Warner erneut detailliertere Informationen, wie sie gewährleisten wollen, dass Konkurrenten den gleichen Service im TV-Kabelnetz von Time Warner wie der Konzern selbst erhalten. Die Unternehmen sollen nun die Zugangsmöglichkeiten zum TV-Kabel für Konkurrenten dokumentieren und technische Gesichtspunkte näher erläutern. Dies ist allerdings schon die vierte Aufforderung der FCC, weitere detaillierte Angaben zu machen. Zudem weckt die Möglichkeit, Internet-Zugang über das TV-Kabel zu bieten, immer stärkeres Interesse bei der FCC: Die Kombination aus dem größten Online-Dienst der Welt und Time Warner als zweitgrößter Kabelbetreiber der USA sorgt für einigen Widerspruch bei der Konkurrenz.

Auch der US-Kongress will sich der geplanten Fusion noch einmal annehmen. In einem Hearing vor dem Telekommunikations-Subkomitee sollen Levin und Case die Pläne für AOLTV, den interaktiven TV-Dienst des Konzerns, näher erläutern. Der Sprecher des Vorsitzenden des Komitees erklärte laut dem Finanzdienst Bloomberg, wenn die Fusion genehmigt werde, würde AOL/Time Warner offensichtlich eine zentrale Rolle bei interaktivem Fernsehen spielen. Der Schwerpunkt bei dem Hearing liege auch nicht auf alten, sondern neuen Gesichtspunkten, darunter eben, wie die Zukunft des interaktiven TV aussehen werde. (jk)