Apple-Patentantrag: Zensur-Automatik fĂĽr Audioinhalte
Der iPhone-Hersteller hat sich mit einer Technik befasst, um anstößige Audioinhalte während der Wiedergabe zu entschärfen: Explizite Texte sollen unmittelbar entfernt oder ersetzt werden.
Einmal Audio säubern, bitte.
Apple zeigt Interesse an einem System, das unerwünschte Audioinhalte direkt beim Abspielen entfernt. Dies geht aus dem Patentantrag 20160093316 über das "Verwalten, Ersetzen und Entfernen von expliziten Texten bei der Audio-Wiedergabe" hervor, den das US-Patent- und Markenamt jüngst veröffentlicht hat.
Der iPhone-Hersteller will sich einen Audio-Player schützen lassen, der die abgespielten Inhalte analysiert und ungewollte Inhalte wie beispielsweise anstößige Liedtexte erkennt. Die Software können diese Passagen dann unmittelbar durch eine andere Tonspur ersetzen oder durch einen "Piepton" überblenden. Alternativ lasse sich die Passage auch stummschalten. Die Erkennung erfolgt entweder über Metadaten oder eine Echtzeit-Analyse, wie Apple ausführt.
Audio-Entferner lokal oder Cloud-seitig
Der "Audio-Entferner" kann der Patentschrift zufolge sowohl lokal in die Software des Gerätes integriert werden oder als Teil eines Cloud-Dienstes das Filtern von anstößigen Passagen übernehmen, etwa beim Zugriff auf einen Musik-Streaming-Dienst.
Den Vorteil dieses Systems sieht Apple darin, dass Audioinhalte dadurch nicht mehr in "explizit" und "nicht explizit" unterteilt werden müssen, wie es etwa auch der iTunes Store und Apple Music handhaben. Derzeitige Geräte oder Musikdienste könnten den Zugang zu solchen Inhalten schließlich nur generell blockieren, der Nutzer müsse dann eventuell eine bearbeitete “saubere” Variante eines Musiktitels extra erwerben.
Einschränkungen in iOS
Ob Apple die konkrete Umsetzung einer derartigen Funktion plant, bleibt offen. Den Patentantrag hat das Unternehmen im September 2014 beim US-Patent- und Markenamt eingereicht. iOS bietet eine Reihe von Einschränkungen, um die Verwendung von iPhone und iPad beispielsweise durch Kinder einzuschränken: Damit lässt sich auch der Zugriff auf bestimmte Audio- und Videoinhalte je nach Altersfreigabe beschränken. Das System setzt auf entsprechende Metadaten beim Bezug der Inhalte aus dem iTunes Store, um die Sperre umzusetzen. (lbe)