Durchbruch bei Finanzierung für Kieler Multimedia-Campus
Die Finanzierung des Multimedia-Campus in Kiel ist laut Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister für mindestens fünf Jahre gesichert.
Für den geplanten Multimedia-Campus in Kiel hat der Aufsichtsrat am Freitag mit kräftiger Sponsorenhilfe entscheidende Weichen gestellt. "Das war der Durchbruch", sagte Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) zur Finanzierung des gemeinsamen Vorhabens von Land und Wirtschaft, die mindestens für fünf Jahre gesichert sei. Dem Aufsichtsrat liegen nach eigenen Angaben schriftlich "belastbare" Finanzierungszusagen über 18 Millionen Mark vor. Man sei sehr zuversichtlich, die für die laufenden Kosten von insgesamt 25 Millionen Mark in den nächsten fünf Jahren noch fehlenden Sponsorengelder auch zu bekommen, hieß es.
Zehn Millionen Mark hatte allein MobilCom-Chef Gerhard Schmid für das Projekt zugesagt, fünf Millionen Mark der Energiekonzern TXU und eine Million Mark die Landesbank. Die organisatorischen, inhaltlichen und finanziellen Voraussetzungen für den Lehrbetrieb seien geschaffen, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Managementgesellschaft und Kieler IHK-Präsident Fritz Süverkrüp. Das Land fördert Rohwer zufolge das Gesamtvorhaben mit 13 Millionen Mark und wolle auch in den Haushalt 2002 eine Finanzierungsgarantie einstellen.
Mit dem "Herzstück" des Campus, einem zwölfmonatigen Master-Studiengang in Multimedia-Management, soll im Spätherbst zunächst mit etwa 50 Studenten begonnen werden. Jeder von ihnen muss für die drei Trimester nach Angaben des Kultusministeriums 15.000 Mark Studiengebühr zahlen. Verhandelt wird über eine Kooperation mit der University of California Riverside, unter anderem über den Austausch von Lehrkräften und Studenten. Die Resonanz auf die Ausschreibungen für die zunächst fünf Professuren an der Uni und der Fachhochschule Kiel für den Multimedia-Campus sei sehr gut, sagte Rohwer. Bereits seit Beginn des Wintersemesters bieten der Campus und die Kieler Hochschulen in grundständigen Studiengängen Wahlfächer, Schwerpunkte und Studiengänge mit Multimedia- und E-Business-Relevanz an.
Der Aufsichtsrat traf auch mehrere Personalentscheidungen und zurrte den weiteren Fahrplan für den Lehrbetrieb fest: Zunächst soll der Campus im Juli das frühere Verwaltungsgebäude des Konzerns Johnson & Johnson nutzen, bevor spätestens im Sommer 2003 der Einzug in einen Neubau am Kopfende des Germania-Hafens an der Hörn geplant ist. Hier entstehen die Räume für den Lehrbetrieb und ein Anwenderzentrum; in der Nähe kommt – ebenfalls mit Unterstützung von MobilCom-Chef Schmid – ein Gründerzentrum hinzu. Klar ist inzwischen auch die weitere Organisationsstruktur. Träger des Campus ist eine gemeinnützige GmbH; einen Förderverein gibt es bereits und die Gründung einer gemeinnützigen Förderstiftung wird vorbereitet. Aufsichtsratsvorsitzender Süverkrüp resümierte zuversichtlich: "Wir stehen am Anfang einer sehr guten Entwicklung." (dpa) / (jk)