Olympische Spiele auch kĂĽnftig nicht live im Internet
Das IOC will an den Restriktionen festhalten, weil der Zugang nicht regional beschränkt werden kann.
Bei den Olympischen Spielen in Sydney war das Internet ausgesperrt, Audio- und Videoaufzeichnungen durften nicht live gesendet werden. NBC übertrug sie erst mit einer Verspätung von 15 Stunden im Internet. Der Sender hatte sich für über 700 Millionen Dollar die meisten Rechte gesichert.
Auf der zurzeit in Lausanne stattfindenden Tagung über neue Medien hat der demnächst von seinem Amt als Präsident zurücktretende Juan Samaranch für den Aufbruch plädiert: "Die Welt verändert sich, der Sport verändert sich, das Internet ist wichtig für die Zukunft des Sports." Mit der Zukunft will sich der IOC aber noch Zeit lassen. Dick Pound, der Marketing-Leiter des IOC und wahrscheinliche Nachfolger von Samaranch, hat die in Sydney praktizierte Politik noch einmal bestätigt: "Für die Spiele in den Jahren 2004, 2006 und 2008 sind die Sende- und Internetrechte an bestimmte Fernsehgesellschaften in bestimmten Ländern vergeben worden."
Solange Anbieter nicht garantieren können, dass die Übertragungen im Internet nur innerhalb eines bestimmten geografischen Bereichs empfangen werden können, werde man bei dieser restriktiven Haltung bleiben und schauen, wie sich die Dinge in Zukunft entwickeln. Natürlich ist die Abneigung gegen das Internet auch bedingt dadurch, dass das IOC mit NBC bereits die Übertragungsrechte bis zum Jahr 2008 mit einer neuen Rekordsumme geregelt hat.
Pound meinte zwar, dass man noch nachverhandeln könne, da "ein Vertrag, der 1997 auf der Höhe der Zeit war, im Jahr 2008 vielleicht wie eine Höhlenmalerei" wirken kann, gleichwohl sagte er, dass er für Veränderungen keine Notwendigkeiten sehe. Möglicherweise könnte die Kongruenz von Fernsehen und Internet dem national aufgespalteten Netz eine durchsetzbare Lösung anbieten, wenn der Zugang über das Kabel geschieht. Und eben darauf scheinen die ans Fernsehen gewöhnten und von diesem durch immer höhere Gewinne durch Vermarktungsrechte verwöhnten IOC-Vertreter auch zu setzen.
Mehr in Telepolis: Das IOC mag das Internet nicht. (fr)