Pro & Contra: Sollte Apple OS X abschotten wie iOS?
iOS ist so gut geschützt, dass selbst das FBI Mühe hat, heranzukommen. Auf dem Mac sind dagegen schon Erpressungstrojaner im Umlauf. Die Mac & i-Redaktion diskutiert, ob das Sicherheitskonzept von iOS auch für OS X taugt.
(Bild: Apple)
iOS gilt als stark abgeschottet: Standardmäßig darf keine App auf die Geräte, die nicht durch Apples hauseigenes App-Review-Team gegangen ist. Zudem ist die Verwendung privater APIs für Entwickler verboten, öffentlich verfügbare Jailbreaks kommen mittlerweile nur noch sporadisch vor und auch sonst scheint das System – trotz stetig zu patchender Sicherheitslücken – sogar der US-Bundespolizei FBI beim Knacken Probleme zu bereiten.
Sollte man diesen Ansatz auch auf OS X übertragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Mac & i-Redaktion im neuen Heft 3/2016, das seit dem 2. Juni im Zeitschriftenhandel ist sowie online bestellt werden kann.
Redakteur Jeremias Radke wünscht sich ein stärker abgesichertes OS X. "Das iPhone gilt vielen als goldener Käfig. Ich sehe es stattdessen als sichere Festung. Denn so schön die Möglichkeiten vieler Apps samt ihrer Webdienste auch sind, so wichtig ist mir die Kontrolle über meine Daten." Das erlaube iOS. Ganz anders sei es dagegen am Mac. "Der mag zwar sicherer als die allermeisten Windows-Kisten sein, für einen vergleichbar guten Schutz wie unter iOS muss ich als Anwender aber einen erheblichen Aufwand betreiben und eine Menge Security-Fachwissen mitbringen."
Radkes Kollege Leo Becker sieht die Sache anders. Er freut sich, dass OS-X-Nutzer mehr Kontrolle über ihre Software haben. Es gebe zwar noch Verbesserungspotential in Sachen Sicherheit auf dem Mac. "Das weiß auch Apple und heuert beispielsweise Spezialisten an, die gravierende Lücken auf Firmware-Ebene aufgetan haben." Allerdings sei das kein Grund, das Kind mit dem Bade auszuschütten und den Bezug von Software auf einen einzelnen Store zu beschränken, wie man es von iOS kennt. "Dass Apple mit der Moralkeule darüber entscheiden könnte, welche Art von Software für OS X überhaupt noch zulässig ist, lässt mich gruseln – ganz abgesehen von den durch obskure Richtlinien und inkonsequenten Zulassungsentscheidungen frustrierten Entwicklern."
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(bsc)