ISS-Astronauten experimentieren mit DNA

Demnächst wird eine kompakte Gensequenzierungsmaschine zur Internationalen Raumstation befördert. Interessant ist die Technik auch für kommende Reisen zum Mars.

vorlesen Druckansicht 27 Kommentare lesen
ISS-Astronauten experimentieren mit DNA
Lesezeit: 2 Min.

Wenn eines Tages endlich Menschen im Raumschiff zum Mars aufbrechen sollten, benötigen sie moderne Methoden zur Diagnose möglicher Krankheiten der Besatzung. Entsprechend praktisch wäre es, eine Gensequenzierungsmaschine an Bord zu haben, mit der man beispielsweise Bakterien leichter erkennen könnte. Auf der Internationalen Raumstation ISS finden dazu deshalb bald Experimente statt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Gensequenzierung im All").

Das DNA-Sequenzierungsgerät, das an Bord einer Falcon-Rakete in den Weltraum geschickt wird, ist recht speziell: Es handelt sich um den sogenannten MinION, der klein genug ist, um in eine Jackentasche zu passen. Das System saugt DNA zur Analyse durch klitzekleine Nanoporen. Die Hardware stammt vom britischen Hersteller Oxford Nanopore, der mit seinem Produkt die Ära des "Ubiquitous Sequencing" einleiten will. Künftig soll DNA von Mikroorganismen quasi überall sequenziert werden können – egal ob in der Kanalisation, der U-Bahn oder im Dschungel.

In der Schwerelosigkeit flog der MinION bereits mit – es gab Versuche im sogenannten Vomit Comet, einem NASA-Flugzeug, das als Simulator für die Mikrogravitation dient. "Das war eine technische Demonstration, um sicherzustellen, dass das System funktioniert", sagt Mason, der hofft, "merkwürdige" Organismen, die in der ISS oder gar auf Astronauten wachsen, künftig per DNA-Analyse charakterisieren zu können.

Die ISS-Experimente werden von der Astronautin und Virologin Kate Rubins durchgeführt, die Anfang Juli zur ISS fliegt. Es ist ihr erster Weltraumaufenthalt. Sie soll die DNA eines Virus, das Bakterium E. coli sowie Mäuse-DNA sequenzieren. Das Material wird in gefrorenem Zustand in Spritzen vorbereitet zur ISS geliefert.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(bsc)