Imagine Cup: Erster Preis für eine VR-Anwendung
Mit einer virtuellen Trainingsumgebung für Schlaganfallpatienten haben zwei Studenten aus Aalen und Karlsruhe den nationalen Wettbewerb des diesjährigen Imagine Cup gewonnen. Sie fliegen Ende Juli nach Seattle zum internationalen Finale.
Mit einem VR-Anwendung zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall haben sich zwei Studenten zur Teilnahme am diesjährigen Imagine-Cup-Finale in den USA qualifiziert. Seit 2003 wird dieser weltweite Technologie-Wettbewerb von Microsoft jährlich ausgerichtet.
Spielerisches Reha-Training
Alessa Dreixler, die an der Hochschule Aalen Gesundheitsmanagement studiert, entwickelte zusammen mit Tobias Heuer, Informatik-Student am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Anwendung VRMotion. Sie soll Schlaganfallpatienten helfen, die motorischen Fähigkeiten der Hände wiederherzustellen. Die Idee: Bewegungsabläufe, die nach einem Schlaganfall typischerweise beeinträchtigt sind, lassen sich in einer virtuellen Umgebung trainieren. Die Hand des Patienten wird dabei in die Anwendung projiziert.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Google Ireland Limited) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Mit VRMotion arbeitet der Patient zu frei wählbaren Zeiten. Dieses selbstständige Training ergänzt die klassischen Therapieformen. Der Patient erhält durch das spielerische Training eine unmittelbare Rückmeldung über seine Fortschritte, was zur Motivation beiträgt. Therapeuten liefert die VR-Anwendung eine detaillierte Leistungsanalyse. Außerdem bietet das Programm medizinischem Fachpersonal auch die Möglichkeit, es um eigene Spielkonzepte zu erweitern.
Der Imagine Cup findet in mehreren Kategorien statt und steht Studenten ab 16 Jahren offen, die einzeln oder in Teams mit maximal vier Mitgliedern antreten können. Aktuell gibt es Wettbewerbe in den drei Hauptkategorien World Citizenship, Games und Innovation sowie in vielen weiteren Nebenkategorien.
Nationales Finale
Anfang April hatte die nationale Ausscheidung des Imagine Cup 2016 in München stattgefunden. Neben dem Team VRMotion, das im Bereich World Citizenship angetreten war, kürte eine Jury Fachjury aus Hochschulvertretern, Unternehmern und Branchenexperten damals auch Sieger in den beiden anderen Kategorien. Im Games-Wettbewerb gewann Dinesh Parshad Punni, Student der Freien Universität Berlin, mit einer App für Mobilgeräte namens "Super WallJump", einem Mix aus Runner-, Geschicklichkeits- und Reaktionsspiel. In der Kategorie Innovation setzte sich das Team Gabr mit einer App für Kurzanrufe durch. Die Studenten der Hochschule Rhein-Waal und der Universität Hamburg wollen damit die alltägliche Kommunikation persönlicher gestalten. Sie sehen ihre Cross-Platform-App Gabr als Alternative zu textbasierter Kommunikation.
(Bild: Microsoft)
Ticket nach Seattle
Aus den Finalisten des nationalen Wettkampfs wird von der Microsoft Corporation jeweils ein Team ausgewählt, das dann zum internationalen Finale reist. Heute fiel nun die Entscheidung zugunsten von Alessa Dreixler und Tobias Heuer und ihrer Anwendung VRMotion. Die beiden Studenten werden daher Ende Juli für Deutschland nach Redmond zur Endausscheidung des diesjährigen Imagine Cup fahren. Den Siegern in den drei Hauptkategorien winken jeweils 50.000 US-Dollar Preisgeld. (dwi)