Gemischte Gefühle bei Chip-Herstellern
Der Halbleiterhersteller National Semiconductor hat die Erwartungen für das laufende und kommende Quartal nach unten korrigiert; die Chip-Foundry UMC konnte dagegen den Halbleiterboom wohl besser nutzen.
Der Halbleiterhersteller National Semiconductor (NSC) erwartet, dass die Erträge im laufenden und im kommenden Quartal unter denen der vorausgegangenen Geschäftsperiode liegen werden. Als Gründe für diese negative Entwicklung gibt NSC an, dass vor allem die Hersteller von Handys weniger Bauelemente bestellt hätten als geplant. Da in dieser Branche zurzeit Lagerbestände abgebaut würden, sei auch kaum Besserung zu erwarten. Die Aufträge für ICs zum Einsatz in PCs seien zwar gestiegen, doch in geringerem Umfang als erhofft.
Diese Einschätzungen decken sich mit den Angaben von Texas Instruments, einem Konkurrenten von NSC. Auch Ericsson war mit den Erträgen aus der Handy-Produktion nicht zufrieden. Noch vor wenigen Monaten machte man sich in der Branche mehr Sorgen um Lieferengpässe als um Absatzschwierigkeiten.
Die taiwanische Chip-Foundry UMC konnte den Halbleiterboom dagegen wohl besser nutzen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz im dritten Quartal 2000 um 106,5 Prozent auf 941 Millionen US-Dollar. UMC fuhr dabei sogar einen Gewinn von 464 Millionen US-Dollar ein, das sind 21 Cent pro Aktie. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, die Fertigungskapazität massiv auszubauen: Umgerechnet auf 8-Zoll-Wafer fertigte UMC in 1999 1,8 Millionen Stück, Ende 2000 sollen es 2,5 Millionen sein. Auch der mittlerer Verkaufspreis pro Wafer steigerte sich im abgelaufenen Quartal.
Die heutige UMC entstand erst im Januar dieses Jahres aus der Verschmelzung der Firmen Utek Semiconductor Corporation (UTEK), United Semiconductor Corporation (USC), United Integrated Circuit Corporation (UICC) und United Silicon Incorporated (USIC). UMC fertigt Halbleiterchips im Kundenauftrag. (ciw)