Tester eingeschränkt tauglich
Was taugen diese Netzteiltester, die zum Beispiel bei Reichelt (NT-TESTER01 bis 03) angeboten werden? Ist der Variante mit LC-Display der Vorzug zu geben? Welche Fehler können damit diagnostiziert werden und welche nicht? Wie kann man Last erzeugen, um Fehler zu provozieren, die nur unter Volllast auftreten?
Was taugen diese Netzteiltester, die zum Beispiel bei Reichelt (NT-TESTER01 bis 03) angeboten werden? Ist der Variante mit LC-Display der Vorzug zu geben? Welche Fehler können damit diagnostiziert werden und welche nicht? Wie kann man Last erzeugen, um Fehler zu provozieren, die nur unter Volllast auftreten?
Einfache Tester wie die im Bild gezeigten Delock-Modelle schaltet man anstelle des Mainboards beziehungsweise der Peripherie ans Netzteil. Sie erlauben nur einen schnellen Test, ob das Netzteil überhaupt funktioniert und an allen Schienen (–12V, +5V standby, +3,3V, +5V, +12V1…n) und Steckern Spannung bereitstellt, was sie durch Aufleuchten einer LED kundtun. Nennenswerte Last kann man damit nicht erzeugen, also auch keine lastabhängigen Fehler provozieren.
Geräte mit Spannungsanzeige auf dem LC-Display bringen kaum einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn. Der Hersteller spezifiziert nämlich nicht mal die Messunsicherheit: Ein Muster zeigte beispielsweise für die 12-Volt-Leitung 11,6 Volt an, während ein Digitalmultimeter (DMM) realistischere 11,8 Volt auswies.
Elektronikbastler, die über ein Multimeter verfügen, können das Geld für den Tester sparen, denn das Netzteil lässt sich auch mit einer passend zurechtgebogenen Büroklammer in Betrieb nehmen. Mit der Klammer legt man das Steuersignal PS-ON an Pin 16 (normalerweise grüner Draht) des 24-poligen Hauptsteckers auf Masse (z. B. Pin 17, 18, 19, schwarzer Draht, Belegung siehe Abbildung rechts), damit das Netzteil bei eingeschaltetem Hauptschalter anläuft. Dann kann man auch mit dem Multimeter die einzelnen Leitungen abklappern.
Um das Netzteil stark zu belasten, kann man probeweise die größten PC-Stromschlucker, nämlich Hauptprozessor und Grafikkarte, auf Trab bringen. CPU-Last können Sie ganz banal mit dem Windows-Taschenrechner erzeugen: Lassen Sie ihn die Fakultät („n!“) einer sehr großen Zahl (>= 100 000) ausrechnen. Während des Rechenvorgangs erscheint zwar mehrmals pro Minute eine Warnmeldung, doch auch wenn Sie nicht auf „Fortsetzen“ klicken, rechnet der PC munter weiter. Um die Prozessorlast zu kontrollieren, rufen Sie unter Windows den Taskmanager mit Strg-Umschalt-Esc auf. Starten Sie den Taschenrechner bei Mehrkern-Prozessoren so oft, wie Kerne vorhanden sind. Hohe CPU-Last erzeugen auch speziell dafür programmierte Software-Tools wie cpuburn oder Core2MaxPerf (bei Core-2-Prozessoren; siehe Soft-Link).
CPU- und Grafik-Last gleichzeitig erzeugt beispielsweise der 3D-Benchmark 3DMark. Echte Volllast, die das Netzteil an seine Grenze treibt, können Sie indes nur mit elektronischen Lasten erzeugen, wie wir das im c't-Labor bei Netzteiltests (siehe S. 142 in c't 1/2009) handhaben.