RNA-Medikamente gegen Tumore
Ein Start-up arbeitet an neuen personalisierten Krebstherapien. Geld kommt unter anderem vom Pharmariesen Merck.
Moderna-Manager Lorence Kim.
Impfungen und Immuntherapien gegen Krebserkrankungen gelten unter Onkologen als vielversprechende neue Behandlungsmethoden der Zukunft. Ausentwickelt sind sie aber bislang noch nicht. Die junge Pharmafirma Moderna Therapeutics hofft nun, passende Medikamente mit der sogenannten mRNA-Methode zu entwickeln, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("mRNA-Start-up arbeitet an Krebstherapien mit Geld von Merck"). UnterstĂĽtzung kommt dabei vom Medizinriesen Merck, der ein 200 Millionen US-Dollar schweres Lizenabkommen mit Moderna Therapeutics geschlossen hat.
Moderna Therapeutics hofft, dass seine maßgeschneiderten Krebsimpfungen bis 2017 für klinische Studien bereitstehen. Der Ansatz der jungen Firma basiert grundsätzlich auf modifizierten Molekülen von mRNA, auch Boten-RNA genannt. mRNA übersetzt den genetischen Code der DNA in Proteine. Die Veränderung der Nucleotide (Buchstaben) in der mRNA erlaubt es Moderna, Antikörper und andere Proteine zu schaffen, die sich für Behandlungen gegen eine ganze Reihe von Krankheiten eignen könnten.
Es gibt noch weitere Unternehmen, die an ähnlichen mRNA-basierten Therapieformen arbeiten. Shire hatte angekündigt, mRNA im Kampf gegen Mukoviszidose einzusetzen – doch seit 2014 wurden hier keine nähren Fortschritte kommuniziert. Die deutsche Biotechfirma Ethris arbeitet ebenfalls an mRNA-Therapien – hierbei geht es um die Bekämpfung seltener Krankheiten.
Daneben werden auch andere Strategien als mRNA verfolgt – insbesondere die sogenannte RNA-Interferenz, kurz RNAI. Möglicherweise kommen Medikamente, die diese Technik als Ansatzpunkt verwenden, früher auf den Markt kommen als mRNA-Produkte. Bis dahin müssen bei Moderna die Lizenzeinnahmen helfen, das Geschäft am Laufen zu halten.
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(bsc)