T-Zellen-Technik: Neue Tumortherapie mit Gefahren
In den USA mussten Tests eines vielversprechenden Krebsmedikaments abgebrochen werden.
Gentechnisch modifizierte T-Lymphozyten, kurz T-Zellen genannt, gelten als mögliches neues Wundermittel gegen aggressive Krebsarten. Doch ein klinischer Test dieser Technik musste nun wegen mehrerer Todesfälle gestoppt werden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Probleme bei vielversprechender Immuntherapie gegen Krebs").
Bei dem Projekt der Firma Juno Therapeutics aus dem amerikanischen Seattle kam es zu toxischen Reaktionen, denen drei Patienten zum Opfer fielen. Todesursache seien aber nicht die manipulierten T-Zellen selbst gewesen, heißt es bei Juno Therapeutics. Stattdessen habe die Vorbehandlung mit Fludarabin zu Hirnschwellungen geführt. Schon bei Bekanntgabe der Vorfälle hieß es, die Studie könne nach entsprechenden Modifikationen wohl fortgesetzt werden.
Mittlerweile hat die zuständige Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration die Juno-Untersuchung wieder erlaubt. Das Forschungsprojekt, ROCKET genannt, hat zum Ziel, Krebs aus dem Körper von Erwachsenen mit akuter Lymphoblastenleukämie zu entfernen. Das geschieht über die genetische Modifikation von T-Zellen des Patienten selbst, die die Tumorherde angreifen sollen. Insgesamt funktionierte das bei 8 von 10 Patienten im Rahmen der bisherigen Juno-Leukämie-Studien. Doch die Medikation ist extrem stark. Das Programm war schon 2014 gestoppt worden, nachdem zwei andere Patienten aufgrund von Immunreaktionen auf ihre eigenen T-Zellen verstorben waren.
Die Juno-Aktie fiel zwischenzeitlich um mehr als 30 Prozent. Das Unternehmen ging 2014 als einer der größten Biotechnologiebörsengänge aller Zeiten an die Wall Street. Die T-Zellen-Therapie sollte eigentlich bis 2017 zugelassen sein, doch dieser Zeitplan lässt sich wohl nicht mehr halten.
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(bsc)